Antwort auf die AP 2014–2017 der letzten SIMMENTAL ZEITUNG

Brauchen wir den Schweizerischen Bauernverband noch?

Leider vermittelt der Bericht ein falsches Bild der Schweizerischen Landwirtschaft.

Fragen über Fragen…

Warum der verständnisvolle Meinungs-Umschwung von skeptischer Einschätzung zu plötzlicher Zustimmung innert kurzer Zeit?

Warum will man, trotz anhaltend starker Zuwanderung, die Zahlungen auf wenig produzierende Landwirtschaft trimmen? (Trockenmauern, Blumenwiesen, Hecken, Wassergräben usw.), statt die landwirtschaftliche Produktion zu fördern? Obwohl Herr Rüegsegger selber sagt: Der Nahrungsmittelbedarf wird zunehmen. Wie passt das zusammen? Einzig zum Schluss fordert Herr Grossrat Knutti die Prüfung einer Diskussion für ein Referendum. Ich wenigstens werde dieses unterschreiben:

Weil die SAK (Standarbeitskraft ) für kleine Betriebe wegfällt, die amtliche Bewertung sehr stark erhöht wird und diese Bauern ihr Land verkaufen müssen und somit wahrscheinlich über 1000 Kleinbetriebe verloren gehen.

Weil die SAK die Arbeit der Bäuerinnen nicht berücksichtigt, obwohl diese durch ihre vielseitigen Tätigkeiten das Einkommen der Betriebe verbesserten, durch Hofläden, Nebenerwerb, Übernachtungsmöglichkeiten und vieles anderes mehr. Etliche Projekte wurden sogar mit Innovationspreisen ausgezeichnet. Und zum Dank jetzt das.

In den Reklamen der Grossverteiler wird die heile Welt gepriesen, damit die Konsumenten ein schönes, romantisches Bild von den Bauern erhalten und nicht verstehen, dass diese noch aufbegehren. Der SBV gibt nur sehr knapp die Ja-Parole zu AP 2014–2017 heraus. 2009 enthielt sich der SVB auch der Stimme des Cassis-de-Dijon-Prinzips (CdD ) Weil dies nicht zu den erhofften billigeren Preisen führte, jammern diese jetzt und möchten diese wieder einführen. Jetzt sind sie zu spät und werden es folglich auch bei der AP 2014–2017 sein.

Meine Frage sei erlaubt: «Brauchen wir den SBV noch?»

Auch das Verhältnis von SMP und BoM ist katastrophal, deshalb die Demission der Herren Gfeller und Rösti.

Übrigens wissen Sie, dass die Importe vor allem von Joghurts und Desserts von 2004 bis 2011 um das 22-fache anstieg, was für 2011 fast 12 Millionen Litern Milch entspricht? Und das bei ständigem Vorwurf, dass die Schweizer-Bauern viel zu viel Milch produzieren. Natürlich gibt es tüchtige Leute, die unsere Anliegen mit aller Kraft unterstützen, wie z.B. Nationalrat Erich von Siebental, aber finden oft zu wenig Unterstützung da es schwierig ist, den richtigen Weg zu finden.

Die Bauern müssen jetzt die Lösung der anstehenden Probleme selber in die Hand nehmen.

Zusammenfassend: Mit der AP 2014–2017 fördert man vor allen Dingen den freien Einfuhrmarkt.

Wenig oder nicht kontrollierte und sogar gifthaltige Einfuhren lassen grüssen. Karl Zeller, Zweisimmen

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Erstellt:
02.05.2013, 00:00 Uhr
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