Haben Investoren auch ein Herz für Liegenschaftsbesitzer an der Simmentalstrasse?

Habe den Leserbrief von Ruedi Bach und die Antwort von Markus Zäch in der SZ Nr. 46 aufmerksam gelesen und mir Gedanken darüber gemacht. Ich verstehe die Sorgen von Ruedi Bach um die Entwicklung an der Lenk sehr gut. Es ist bewundernswert, dass Markus Zäch aufzeigt, was da an der Lenk schon alles gekauft und gebaut worden und noch geplant ist. Es ist erstaunlich, dass Markus Zäch mit seiner Teamconnector AG bis Ende 2014 200 bis maximal 300 warme Betten für 20 000 bis 30 000 Logiernächte erstellen wird. Für die Offenlegung dieser Zahlen bis 30 000 Logiernächte bin ich Herrn Zäch sehr dankbar.

Woher das Geld kommt und für was das Geld investiert wird, z.B. in Häuser, Wohnungen und Hotels, unterliegt der Kontrolle der Gemeindebehörde und der Baukommission. Dafür wird sie wohl auch die Verantwortung tragen. Der Bürger hat nur die Pflicht sich schön brav an die Gesetze zu halten und pünktlich die Steuern und die verschiedenen Gebühren der Gemeinde zu berappen. Geht die Sache dann fehl, darf der Bürger über die Steuern die Zeche nochmals zahlen.

Dieser Fall Markus Zäch – Teamconnector AG – zeigt sehr deutlich, wie in den nächsten 3 bis 4 Jahren an der Lenk und im Saanenland wild gebaut wird. Es sollen noch mehrere 10 000 neue Leute und Gäste in die Ferienorte Lenk und Saanenland gelockt werden. Wo liegt die Wahrheit?

Im Brief vom 31. Juli 2012 schreibt mir das Tiefbauamt des Kantons Bern, zu unserem Durchgangsverkehr folgendes: Es wurde ein DTV von 5334 Fahrzeuge ermittelt. Der Vergleich mit den Bundeszählstellen zeigt im Jahr 2009, dass der Verkehr von Reidenbach über Weissenbach nach Zweisimmen Süd kontinuierlich abnimmt. Wie kann das Tiefbauamt des Kantons Bern gestützt durch den Oberingenieurkreis I solche Behauptungen aufstellen? Die letzte Zählung von September 2012 hat gezeigt, dass pro Woche 55 000 Fahrzeuge durch die Dörfer fahren mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 60–70 km/h bei 50 km/h innerorts. Radarkontrollen werden höchst selten gemacht. Schön für die Raser. Das Amt für Bau-, und Verkehr, der Regierungsrat und unser Nationalrat lassen uns noch eine Weile zappeln. Seit Jahren sind die sieben Dörfer wegen der Durchfahrtsstrasse Simmental von Latterbach bis Zweisimmen von dem wahnsinnigen Verkehr geplagt. Eine Umfahrungsstrasse ist nicht in Sicht.

Die Liegenschaftswerte an der Lenk und Saanenland schiessen völlig in die Höhe. Unsere Liegenschaften dagegen verlieren durch das hohe Verkehrsaufkommen zusehends an Wert. Der enorme Lärm, Staub, Dreck ist eine verantwortungslose und unzumutbare Belastung für die Hausbesitzer. Die vielen leer stehenden Häuser und Wohnungen sind das Abbild vom Verkehrszustand. Wäre es nicht längst an der Zeit, dass sich die Investoren Lenk und Saanenland auch mit der misslichen Zufahrtstrasse durchs Simmental befassen würden? Hans Matti-Ruchti, Boltigen

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Erstellt:
22.11.2012, 00:00 Uhr
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