Nachtruhestörung

Replik auf Leserbrief Dr. Andrea Lindinger vom 7.2.13. Vielen Dank für Ihre dezidierten Voten zu den regelmässigen nächtlichen Ruhestörungen an der Lenk. Sie haben uns aus dem Herzen geschrieben! Würden wir uns nach Mitternacht mit einem Multipack Bier auf dem Kronenplatz niederlassen und lauthals sämtliche Strophen der «Venus von Bümpliz» in die Nacht hinaus brüllen, käme wohl spätestens bei der vierten Strophe die Polizei. Sie würde uns ohne langes Federlesen wegen Nachtruhestörung verklagen und die Beurteilung dem Richter überlassen, ob das Ganze Musikgenuss, Lebensfreude oder ganz einfach Lärm gewesen sei. Unsere mitternächtliche Fiesta wäre jedenfalls zu Ende, bevor sie richtig begonnen hätte. Und grosse Lust auf eine Neuauflage würden wir angesichts der ins Haus stehenden Busse wohl kaum verspüren. Nicht so bei den Lärmteppichen, mit denen das Tipi-Zelt regelmässig und oft bis in die frühen Morgenstunden die Lenk und Umgebung überzieht. Auch hier geht es nicht um die Bewertung und Interpretation von Musikgeschmack und Partystimmung, sondern um den gesunden Menschenverstand. Der sagt uns schlicht und einfach, dass wummernde Bässe, krachende Gitarrenriffs und vielstimmige «Begleitgesänge» aus einem nicht schallisolierten Zelt mitten im Dorf dem weitaus grössten Teil der Bewohner zwangsläufig Ruhe und Schlaf raubt. Punktum. Zu einem ähnlich zwangsläufigen Schluss kommt wohl ein Richter, der zu beurteilen hat, ob die Lärmimmissionen einen Grossteil der Bevölkerung über Gebühr strapaziert oder nicht. Der gesunde Menschenverstand sagt uns auch, dass das Wohlbefinden der Bewohner und der für den Ferienort Lenk nicht ganz unwichtigen Gäste sowohl für die Behörden wie für die Tourismusverantwortlichen einen hohen Stellenwert haben muss. Entsprechend gespannt sind wir darauf, ob und wie sie auf diese wohl nicht nur schweizweit einmalige kollektive Lärmbelästigung reagieren werden. Vielleicht schafft auch die Stellungnahme Klarheit, um die Herr oder Frau Lindinger den Gemeinderat gemäss dem erwähnten Leserbrief gebeten hat.Viviane und Thomas Tobler

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Erstellt:
14.02.2013, 00:00 Uhr
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