Nachtruhestörung an der Lenk

Wir wollten als Familie mit kleinen Kindern zwischen Weihnachten und Neujahr und zusätzlich an zwei Wochenenden im Januar erholsame Tage in der Lenk verbringen. Leider war diese Zeit jedoch keineswegs erholsam, im Gegenteil. In allen zehn Nächten fand durch die Tipi- und/oder die Alphüttli-Bar eine massive Nachtruhestörung bis weit nach Mitternacht statt, die einen nicht an Schlaf denken liess. Dies erstaunte uns umso mehr, als in den Medien (SIMMENTAL ZEITUNG) mehrfach auf Lenks spezielles, strenges Lärmschutzgesetz hingewiesen worden ist. Wenn da geschrieben wird, dass man als Privatperson gebüsst werden kann, wenn man zwischen 22 und 7 Uhr mit dem Auto unnötig durch Lenk fährt, auf der anderen Seite jedoch mitbekommt, dass die Veranstalter der Tipi- Bar unbegrenzt die ganze Nachbarschaft belästigen darf, fühlt man sich gelinde gesagt ziemlich veräppelt. Von mehreren Stellen (u.a. Polizei, Tourismusbüro,...) wurde uns versichert, dass das «Problem Tipi» bekannt sei und seit Jahren gehäuft Reklamationen wegen der enormen nächtlichen Lärmbelästigung eingehen, aber offensichtlich nichts unternommen wird (liegt dies vielleicht daran, dass der Betreiber durch den Tourismus-chef (= Schwiegervater) protegiert wird?). Uns ist klar, dass Tourismusregionen auch Bars und Discos für Junge anbieten möchten, aber dass Partys in schlecht bis gar nicht isolierten Zelten von der Gemeinde Lenk bewilligt werden, erstaunt uns sehr, die wir aus den Grossstädten ganz andere Auflagen gewohnt sind.

Unter diesen Umständen muss sich Lenk nicht wundern, dass so viele Betten kalt bleiben, da in Lenk nicht wirklich zu den Gästen, die noch kommen, geschaut wird. So überlegen auch wir, unsere in Lenk geplanten Skiferien abzusagen und unsere Kurtaxe in einem anderen Ort mit mehr Erholungswert zu investieren, da wir nicht nochmals 14 Nächte wach durchstehen möchten. Schriftlich baten wir nun den Gemeinderat in Lenk um eine Stellungnahme, ob geplant ist, demnächst etwas an dieser Situation zu verändern. Dr. Andrea Lindinger

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Erstellt:
07.02.2013, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 59sec
Kommentare
Christian 28.02.201317:27 Uhr

Ja Stefanie du hast Recht aber dann müsste bei allen (Ferien)wohnungen darauf hingewiesen werden das es Nachtruhestörungen geben könnte und dagegen würden dann wiederum die Wohnungsbesitzer sturm laufen. Daher kann Frau Lindinger sehr gut verstehen. Ich habe für nächste Saison meinen Bekannten auch empfohlen eine Whg. ausserhalb des Dorfes zu suchen.

Stefanie 15.02.201312:14 Uhr

Liebe Gäste der Lenk
Es macht mich ein bisschen traurig wie sie das mit der Tipi Bar sehen. Ich wohne 50 meter von dort entfernt. Ich bin vor zwei jahren dorthin gezogen und war mir damals bewusst das es nicht immer leise sein wird aber man kann ja nicht "ds Füfi uds Weggli ha" mitten im Dorf wohnen und keinen Lärm zu hören. Um die Weihnachts und Neujahrs Zeit geht es an der Lenk nun mal turbulent zu, es währe ja nicht gut wenn nicht. Doch es ist nicht nur die Tipi Bar, ebenso verlassen gut gelaunte, Angetrunkene ja vieleicht auch betrunkene Gäste das Restaurant Elk, Hirschen, Sternen, usw. die Lokalität um Nachhause oder noch weiter zu gehen, auch diese sind nicht immer leise. Die Lenk ist ein Ort für jung und alt, mit Lokalitäten für jedermann, inklusive Tipi. Ich bin Stolz und froh ein Teil dieses Dorfes zu sein und es soll bleiben wie es ist. Es gibt ja auch schöne Wohnungen ein bisschen ausserhalb der Lenk wo es bestimmt ein bisschen ruhiger zu und her geht über diese Zeit.

Viviane und Thomas Tobler 11.02.201318:06 Uhr

Vielen Dank für Ihre dezidierten Voten zu den regelmässigen nächtlichen Ruhestörungen an der Lenk. Sie haben uns aus dem Herzen geschrieben!
Würden wir uns nach Mitternacht mit einem Multipack Bier auf dem Kronenplatz niederlassen und lauthals sämtliche Strophen der «Venus von Bümpliz» in die Nacht hinaus brüllen, käme wohl spätestens bei der vierten Strophe die Polizei. Sie würde uns ohne langes Federlesen wegen Nachtruhestörung verklagen und die Beurteilung dem Richter überlassen, ob das Ganze Musikgenuss, Lebensfreude oder ganz einfach Lärm gewesen sei. Unsere mitternächtliche Fiesta wäre jedenfalls zu Ende, bevor sie richtig begonnen hätte. Und grosse Lust auf eine Neuauflage würden wir angesichts der ins Haus stehenden Busse wohl kaum verspüren.
Nicht so bei den Lärmteppichen, mit denen das Tipi-Zelt regelmässig und oft bis in die frühen Morgenstunden die Lenk und Umgebung überzieht. Auch hier geht es nicht um die Bewertung und Interpretation von Musikgeschmack und Partystimmung, sondern um den gesunden Menschenverstand. Der sagt uns schlicht und einfach, dass wummernde Bässe, krachende Gitarrenriffs und vielstimmige «Begleitgesänge» aus einem nicht schallisolierten Zelt mitten im Dorf dem weitaus grössten Teil der Bewohner zwangsläufig Ruhe und Schlaf raubt. Punktum. Zu einem ähnlich zwangsläufigen Schluss kommt wohl ein Richter, der zu beurteilen hat, ob die Lärmimmissionen einen Grossteil der Bevölkerung über Gebühr strapaziert oder nicht.
Der gesunde Menschenverstand sagt uns auch, dass das Wohlbefinden der Bewohner und der für den Ferienort Lenk nicht ganz unwichtigen Gäste sowohl für die Behörden wie für die Tourismusverantwortlichen einen hohen Stellenwert haben muss. Entsprechend gespannt sind wir darauf, ob und wie sie auf diese wohl nicht nur schweizweit einmalige kollektive Lärmbelästigung reagieren werden. Vielleicht schafft auch die Stellungnahme Klarheit, um die Herr oder Frau Lindinger den Gemeinderat gemäss dem erwähnten Leserbrief gebeten hat.
Viviane und Thomas Tobler