Nur die Landwirte können die Berglandwirtschaft und den Tourismus retten

Dass auch der Ständerat die Tierhalterbeiträge aus der AP 2014–2017 gestrichen hat, ist enttäuschend; allerdings wurden die Übergangsbeiträge verlängert und erhöht.

«Als Bergbauer kann man 40 000 Franken mehr verdienen», unter diesem Titel hat kürzlich die in Hinterforst SG wohnhafte dipl. agr. Ing. Eveline Dudda, Modellrechnungen vorgestellt. Demnach können Bergbauern massiv von der AP 2017 profitieren, insbesondere jene, die keine Tiere halten wollen. Wir sind Eveline Dudda dankbar, die in Nürtingen eine Fachhochschule besucht hat. Dankbar für die Aufklärung. Sie gibt darin die Absicht des Bundesamt für Landwirtschaft BLW bekannt. Dies zeigt einmal mehr, dass es in den Bundesämtern wohl studierte, aber wenig kluge Beamten hat. Haben sich diese Leute gefragt, wie der Tourismus in den Bergebieten ohne produzierende Landwirtschaft in Zukunft aussehen wird. Das BLW möchte lieber mehr Nahrungsmittel aus der EU importieren und die Berggebiete entvölkern. Ich bin überzeugt, dass mit wenigen Ausnahmen, die Landwirte im Berggebiet weiter produzieren werden. Die Beamten inklusiv Bundesrat Johann Schneider-Amman würde man wohl am besten lieber heute als morgen nach Brüssel exportieren. Der Volkswirtschaftschef hat die Bauern massiv enttäuscht (als Beispiel auch die Unterbindung des Viehexportes). Offenbar haben im BLW die Beamten das Sagen und nicht der Bundesrat. Allerdings könnte für Bundesrat Schneider die Rechnung für die Export- und Importwirtschaft nicht aufgehen. Mittelfristig dürfte weltweit der Milchpreis steigen. Dadurch könnten die Bergbauern die Einbussen bei den Direktzahlungen kompensieren durch einen höheren Milchpreis und Produktionsausweitungen. Offenbar hat die Landesregierung Angst vor der Abstimmung über das neue Raumplanungsgesetz, deshalb wurden kürzlich Ausbauvorschriften gelockert.Hermann Scheiben

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Erstellt:
20.12.2012, 00:00 Uhr
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