Stinki Seeli an der Lenk
Letzten Freitag unternahm ich mit meiner Familie eine wunderbare Wanderung vom Leiterli den Murmeli-Trail entlang Richtung Lenk. Einmal mehr war ich sehr erfreut über die Ideen der Lenker Touristiker, wie innovativ sie den kinderfreundlichen Weg gestalteten. Doch dann der grosse Schreck. Am idyllischen Dufti-Seeli war es vorbei mit der Freude. Denn der Name Dufti-Seeli muss wohl neu in Stinki-Seeli umgetauft werden. Dort kam einem lieben Mitbürger nichts Besseres in den Sinn, als rings um den See eine dicke, stinkige Pschütti auszubringen. Und diese roch wie bekanntlich nicht gerade nach frischer, reiner Alpenluft wie Tourismus Lenk wirbt. Unser Vorhaben, eine Pause am Seeli einzulegen wurde durch den penetranten Geruch dieser Brühe vermiest. So zogen wir genervt weiter, so wie eine andere Familie, die ihre Ferien an der Lenk verbringt.
Muss das sein, habe ich mich gefragt und an der Kasse der Bergbahn nachgefragt, was die Gründe für diese Pschüttimassnahme vor dem Wochenende in der Hochsaison haben solle. Kurze Zeit später erhielt ich von der Betriebsleitung der Bergbahn einen Anruf mit der Nachricht, dass sie leider keinen Einfluss auf die Alpbewirtschaftung am Leiterli habe.
Was soll das, habe ich überlegt, wieso muss jemand mit dieser Massnahme das gute Werk der Touristiker zunichte machen. Dass die Alpweiden von den Bergbauern mit viel Fleiss und Schweiss gepflegt werden und so auch zu unserer wunderbaren Berglandschaft im Obersimmental beitragen, ist unumstritten. Dass es manchmal unumgänglich ist, die Pschütti auszubringen, kann ich ja auch noch verstehen. Aber ausgerechnet an einem in der Werbung angepriesenen Rastplatz an einem idyllischen Seeli. Nein, das finde ich persönlich wirklich daneben! Es gäbe sicher einen geeigneteren Ort auf der grossen Alpweide, wo der kostbare Dünger ausgebracht werden kann, aber sicher nicht an der Brätelstelle.
Es wird viel gesprochen und diskutiert, wie man die Gäste in die Schweiz locken kann. Wenn schon Touristen in die nicht ganz billigen Schweizer Berge kommen, sollte man den Gästen auch was Schönes bieten und sicher nicht ihnen den Rastplatz mit Pschüttigestank vermiesen. Diese Heldentat finde ich schon sehr befremdend und frage mich ernsthaft an die Weitsicht dieses lieben Mitbürgers.
«Lenker Alpenluft, ein Genuss für Gross und Klein» Rene Pieren, Zweisimmen