Konzert und Theater in Därstetten
Wenn die Junggesellen zittern
In Därstetten wurde am Wochenende herzhaft gelacht: Der Jodlerklub Flüehblüemli präsentierte sein traditionelles Konzert und Theater. Mit dem Schwank «D Junggselle Stüür» kam das fiktive Dorf Tüpflikon ordentlich ins Wanken. Während der Jodlerklub am Sonntag mit viel musikalischem Können überzeugte, sorgte das Theaterensemble für ein komödiantisches Feuerwerk, das das Publikum kaum zur Ruhe kommen liess.
Konzert und Theater in Därstetten 2026
Ein Gesetz, das alles durcheinanderbrachte, zog sich wie ein roter Faden durch das Theater. In Tüpflikon war normalerweise wenig los. Die drei eingefleischten Junggesellen Jakob Amacher (Claudio Schäfer), Heiri Tobler (Fabian Kunz) und Gottfried Stünzi (David Gerber) führten ein ruhiges, beinahe verschlafenes Leben. Doch damit war es schlagartig vorbei, als Briefträger Wipf (Hansueli Mani) eine Nachricht überbrachte, die das Dorf erschütterte: Eine Junggesellensteuer sollte eingeführt werden. Wer unverheiratet blieb, sollte künftig 20 Prozent seines Einkommens abgeben. Für die drei Männer war klar: Zahlen kam nicht infrage. Also mussten Absagen her – und zwar schnell. Drei schriftliche Körbe heiratsfähiger Frauen sollten von der Steuer befreien. Theoretisch eine einfache Aufgabe, denn im Dorf gab es einige Kandidatinnen, die den Männern sicher keinen Antrag angenommen hätten.
Dann dreht Stünzi voll ab
Jakobs resolute Schwester Berta Amacher (Ramona Egli), die schalkhafte Meieli (Nadja Ast) und die kauzige Chrämerbabe Babette (Eliane Knutti) spielen ganz besondere Rollen. Doch Briefträger Wipf verfolgte seine eigenen Pläne mit viel List. Unterdessen setzt Stünzi auf eine andere Strategie: Er spielte den Verrückten. Mit wachsender Begeisterung steigerte er sich in seine Rolle als Verrückter hinein und sorgte damit für einige der lautesten Lacher des Abends.
Ein Schwank voller Tempo und Herz
Unter der Regie von Fabienne Wenger blieb der Schwank von Walter Kalkus in jener Zeit verankert, als der Briefträger noch das wichtigste Nachrichtenmedium war, und Heiraten für viele Frauen eine Notwendigkeit darstellte. Bühnenbild, Maske und Kostüme versetzten das Publikum überzeugend rund 30 Jahre zurück. Die Reaktionen nach der Aufführung sprachen für sich: «Ein gutes Stück», «Die Rollen waren ideal verteilt» oder «Wir haben Tränen gelacht», war im Foyer zu hören. «D Junggselle Stüür» ist gewürzt mit viel Humor. Mit wie viel und was alles passiert, am besten selber am Samstag zur letzten Aufführung gehen.
Musikalische Höhepunkte der Jodler
Auch musikalisch bot der Jodlerklub Flüehblüemli Därstetten ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Programm. Den Auftakt machte «E nöie Tag» von Hannes Fuhrer – ein bekanntes und beliebtes Werk, das mit seiner hoffnungsvollen Grundstimmung sofort berührt. Der Jodlerklub interpretierte das Stück mit viel Gefühl und stimmlicher Präzision und setzte damit einen warmen, einladenden Startpunkt. Anschliessend folgte der «Riztgrat Jutz» aus der Feder von Ueli Zurbrügg. Mit seinen klaren Linien und der typischen Jutz-Dynamik begeisterte er das Publikum und entfaltete jene kraftvolle, naturverbundene Stimmung, die diesen Jutz so besonders macht. Als drittes erklang das «Abelied» von Ueli Moor, vorgetragen vom Jodlerklub selbst. Die warme, schlichte Melodie sorgte sofort für eine heimelige Atmosphäre und liess die Zuhörerinnen und Zuhörer tief in die traditionelle Klangwelt eintauchen. Daraufhin ertönte der «Bärgli Jutz» von Adolf Stähli, ein Werk voller alpiner Weite und charakteristischer Jutz-Energie. Mit seiner Mischung aus Kraft und Innigkeit verlieh der Jodlerklub dem Stück eine besonders authentische Note. Als Zugabe wählte der Klub «Früeligsgloube», ebenfalls von Adolf Stähli. Mit seiner lichtvollen Melodie und dem optimistischen Grundton bildete dieses Stück einen stimmungsvollen, hoffnungsvollen Abschluss des musikalischen Auftritts.