150 Jahre Schweizer Alpwirtschaftlicher Verband (SAV)
Der SAV jubilierte im Obersimmental
Höhepunkt reihte sich an Höhepunkt an der Jubiläumstagung 150 Jahre Schweizer Alpwirtschaftlicher Verband (SAV) im Obersimmental. Den Auftakt machte am Donnerstag die vom Bündner Nationalrat Hansjörg Hassler geleitete Hauptversammlung in Lenk. Der Abend war für eine Exkursion ins Gebiet Haslerberg/Leiterli reserviert. Am Freitag unternahmen die gut 150 TeilnehmerInnen eine Informationstour im Gebiet Schiltenegg/Neuenberg/Sitealp. Abgeschlossen wurde der von Erwin Walker und seinem OK sehr gut vorbereiteten Anlass mit Vorträgen zur Zukunft der Alpwirtschaft und einem Ausflug ins Fermeltal. (Bericht auf Seite 2)
150 Jahre Schweizer Alpwirtschaftlicher Verband (SAV)
Höhepunkt des Anlasses war das Jubiläums-Bankett in Zweisimmen mit Festansprachen von Bundesrat Johann Schneider-Ammann und dem bernischen Regierungspräsidenten Christoph Neuhaus.
Das von der Wimmiser Metzgerei Salvis zubereitete und von den Landfrauen Lenk und Zweisimmen servierte, viergängige Jubiläumsbankett wurde aufgelockert durch verschiedene folkloristische Beiträge (Jodlerclub Rinderberg Oeschseite, Jodlergruppe Simmenfälle, Lenk) und durch Grussworte und Festansprachen. Die Zweisimmer Gemeindepräsidentin Christiane Griessen (in fliessendem Französisch) machte den Anfang. Regierungspräsident Christoph Neuhaus überbrachte die Grüsse der Berner Regierung: «Die SAV-Akteure haben seit 1863 erkannt, dass starke Partnerschaften und Schulterschlüsse notwendig sind. Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne wurden in den vergangenen 150 Jahren immer wieder gute Lösungen gefunden».
Der «oberste» Schweizer Älpler hatte ein «Heimspiel»
Zwischen Gemüsebouillon und Hauptgang trat Bundesrat Johann Schneider Ammann (oben mit den Ehrendamen im Bild) ans Rednerpult. Der Wirtschaftsminister, und damit auch höchste Schweizer Älpler, wies in seiner Festansprache einleitend auf seine guten Beziehungen zum Obersimmental hin und baute die Brücke zum SAV: «Seit 43 Jahren bin ich Mitglied der SAC-Sektion Wildhorn und ich kenne Fromatt, Spillgerten und das Wildhorngebiet von meinen Touren. Bewährte Seilschaften sind auch in der Landwirtschaft notwendig». Der gut gelaunte Bundesrat genoss nach einem anstrengenden Tag mit Reden vor Vertretern der Pharma-Industrie und der schweizerisch-südamerikanischen Gesellschaft den Abend in Zweisimmen sichtlich.
Lob für die Älplerinnen und Älpler
Das aktuelle Thema «AP 2014-2017» umschiffte er elegant: Diesen Teil seiner Ausführungen vermittelte er in französischer Sprache. Er lobte die Älplerinnen und Älpler für ihren äusserst grossen Einsatz und wies darauf hin, dass für die nachhaltige Bewirtschaftung der Sömmerungsgebiete jährlich über 100 Mio eingesetzt würden und dass sie durch Beratungen in ihren vielfältigen Aufgaben unterstützt würden. Er erwähnte auch, dass den Sömmerungsgebieten durch die AP 2014–17 weitere 50 Millionen Franken zugeschlagen würden, und dass sein Departement an einer offiziellen Bezeichnung für Berg- und Alpprodukte arbeite.
Aus den Händen von OK-Präsident Erwin Walker durfte der Magistrat eine «Tagesration» Alpprodukte und vom SAV-Präsidenten Hansjörg Hassler eine Taschenuhr (wie sie sonst nur verdienten Älplern übergeben wird) entgegennehmen.
«Es isch dr Wärt»
Das Schlusswort kam dem bald 80-jährigen Älpler Bartlome Sumi aus Zweisimmen zu. Er schloss seine Reminiszenzen aus 76 Jahren Älpler-Erleben mit einem Dank und einer Aufforderung an den SAV-Veranwortlichen: «Ich danke euch für alles, was ihr in 150 Jahren für uns Älpler getan habt und fahred so wyter, es isch sich dr Wärt!».
Ernst Hodel