Das erste Betriebsjahr der sanierten Grimmialpbergbahnen AG lässt hoffen

425000 Franken umgesetzt; 62000 Franken Fremdkapital zurückbezahlt; 99000 Franken abgeschrieben; und 21000 Franken als Reingewinn ausgewiesen: Das erste Betriebs(kurz)jahr (7 Monate, ohne Sommer) der Grimmialpbergbahnen Diemtigtal AG verlief ansprechend. Verantwortlich waren neben den meist guten Verhältnissen auch einige Sonderfaktoren. Landeigentümer und Verwaltungsrat hatten auf eine Entschädigung verzichtet.

Sie zeichnen massgeblich für die Rettung und für die Weiterführung der Grimmialpbergbahnen AG: Martin Wiedmer, Martin Wampfler, Godi Erb, Hans-Peter Gilgen und Ueli Wampfler.

Sie zeichnen massgeblich für die Rettung und für die Weiterführung der Grimmialpbergbahnen AG: Martin Wiedmer, Martin Wampfler, Godi Erb, Hans-Peter Gilgen und Ueli Wampfler.

32 AktionärInnen der Grimmialpbergbahnen Diemtigtal AG trafen sich im Hotel Spillgerten zu ihrer ersten Generalversammlung und vertraten dabei fast 88% des Aktienkapitals.

Dank an die Retter; Ärger über den Bund

Für Präsident Ueli Wampfler war es ein guter Tag: «Vor einem Jahr waren wir noch nicht sicher, ob die Grimmialp-Bahnen jemals wieder zu einer Generalversammlung einberufen können. Wie man weiss, ist die Sanierung dank dem Einlenken der allermeisten Gläubiger geglückt».

Ueli Wampfler bezeichnete Hans-Peter Gilgen, Godi Erb und Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer als eigentliche Retter des Unternehmens. Ein Wermutstropfen war – trotz Einsatz von Nationalrat Adrian Amstutz – das Nein des Bundes betreffend der Abschreibung des IH-Darlehens. Die gleiche Instanz, die dem Diemtigtal keinen Schuldenerlass (im Betrag von 187 500 Franken) zugestehen wollte, erliess nur Wochen später der Hasliberg-Bahn ein 2,8 Millionen-Darlehen.

Winter o.k.; Sommer gut angelaufen

Das Unternehmen konnte in der vergangenen Wintersaison an 87 Betriebstagen insgesamt 425 000 Franken Ertrag erwirtschaften. Diese Zahl liegt zwar über dem langjährigen Mittel, aber unter dem Rekordergebnis, das über 500 000 Franken betragen hatte. Noch keinen Einfluss auf das Betriebsergebnis (Abschluss war Ende Juni) hatte der Sommer 2012. An zwanzig – nicht gerade vom Wetter begünstigten – Wochenenden konnten immerhin 21 000 Franken generiert werden: «Das Resultat kann noch optimiert werden, aber auch so verbleiben uns nach dem Abzug von ca 12 000 Franken für direkte Betriebskosten rund 10 000 Franken für Abschreibungen. Mit zehn derartigen Sommerergebnissen könnten wir einen Winterausfall überbrücken», sagte der Präsident.

Weitere Kapitalaufstockung beschlossen

Eine erste Kapitalerhöhung über 100 000 Franken konnte am 17. Oktober erfolgreich – mit einer Überzeichnung – abgeschlossen werden.

Um das weiterhin vorhandene Interesse am Gedeihen, der für das Tal so wichtigen Anlage auszunützen, beschloss die GV einstimmig eine weitere Erhöhung um 50 000 Franken.

Die Einführung der Parkplatz- Bewirtschaftung ist eine Auflage

Zustimmend Kenntnis genommen wurde auch von den Vorschlägen des Verwaltungsrats zur Einführung der Parkplatzbewirtschaftung. Der Kanton und die Bank hatten dies im Sanierungsverfahren gefordert. Die Gebühren werden – im Vergleich zu Städten – moderat sein. Die erste Stunde ist gratis, zwei Stunden kosten 2 Franken, die Tagesgebühr beträgt 5 Franken und für jeden weiteren Tag ist ein weiterer Franken zu bezahlen. Eine Jahres-Parkkarte kostet 50 Franken. Den Käufern eines Saison-Abonnements wird eine Gratis-Jahres-Parkkarte abgegeben und auch die Aktionäre können eine solche beantragen.

Mit Applaus wurden Verwaltungsrat und Revisionsstelle wiedergewählt. Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer und Tourismus-Geschäftsführer Bruno Reber dankten den Verantwortlichen und gratulierten zum Ergebnis und mit einem Apéro schloss die speditiv geführte Versammlung. Spätestens am 2. März 2013 wird man sich wieder treffen: Am ersten März-Samstag ist Aktionärstag! Ernst Hodel

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Erstellt:
22.11.2012, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 21sec
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