Mit 97 Jahren den 70. Feldschiessen-Kranz gewonnen

Ernst Kneubühl aus Zwischenflüh hat seinen 70. Feldschiessen-Kranz gewonnen – drei Jahre nach dem selbst gewählten Rücktritt und ohne Probeschüsse. Der 97-Jährige spricht von drei glücklichen Zufällen.

Von Walter Küng

Der 97-jährige Schütze Ernst Kneubühl.

Der 97-jährige Schütze Ernst Kneubühl.

© zvg

Sind es, wie es der Betroffene beschreibt, «Zufälle»? Oder sind es nicht eher «Glücksfälle»?

Wie kam Ernst zum Schiessen?

Mit Stolz durfte Ernst Kneubühl als 20-Jähriger in der RS seinen eigenen Karabiner in Empfang nehmen, mit welchem er das Schiessen entdeckte. Seine Schiesserfolge hielten sich allerdings in Grenzen, so dass er recht früh auf das Sturmgewehr wechselte. Auf eigenen Wunsch entschloss er sich vor drei Jahren, seine Schiesskarriere zu beenden. Obschon ihm bewusst war, dass ihm mit 69 Feldschiessenkränzen nur einer zum 70. Jubiläum fehlte. Seine ganze Ausrüstung verschenkte er seinem Enkel Dominik.

Wie kam er nun doch noch
zum Kranzjubiläum?

Ernsts Bereitschaft, bei einem gemütlichen Jass die Kameradschaft zu pflegen, ist allseits bekannt. Als ersten Zufall bezeichnet der rüstige Rentner aus Zwischenflüh, dass es am Samstag, 29. Mai, zu einer Jassrunde in Uetendorf kam. Mit Jahrgang 1929 macht er immer noch täglich seine Ausflüge mit dem Auto, aber auch mit dem E-Bike. Zufällig traf er da Charles Nydegger aus Goldiwil. Charles, im Volksmund «Käru» genannt, war nach dem Unwetter 2005 der leitende Ingenieur beim Aufbau des Dorfes Oey. Mit ihm pflegt Ernst seither eine freundschaftliche Bekanntschaft. In dieser Runde kamen sie auf das Feldschiessen auf der Gibelegg in Goldiwil zu sprechen. Dies ist einer der wenigen Schiessplätze, wo noch am Sonntagvormittag geschossen wird. Motiviert rief Kneubühl seinen Enkel an, der spontan zusagte und ihn an diesem Sonntag begleitete, was Ernst als weiteren Zufall bezeichnet. Für ihn ebenfalls zufällig, dass er da seinen alten Schiessfreund, Christian Schiffmann, traf, welcher ihn ermunterte, sein Glück nach erfolgreicher Augenoperation nochmals zu versuchen. Ohne Probeschüsse mit dem nun seinem Grosssohn gehörenden Sturmgewehr 90 eröffnete Ernst, bestens betreut von den anwesenden Schützen, noch einmal das Feuer. Und so wurde das bekannte Kranzresultat mit 61 Punkten Tatsache – notabene nach einem meisterlichen Schnellfeuer von 5×4 und 1×3.

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Erstellt:
14.06.2026, 00:30 Uhr
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