4. Volks- und Schlagerfestival St. Stephan
Wo die Welt irgendwie noch in Ordnung ist
Nach der erfolgreichen Durchführung des Donnschtig-Jass Ende Juli, verwandelte sich das Gelände um das Hotel und Restaurant Diana in St. Stephan vergangenes Wochenende erneut in einen grossen Festplatz. Liebhaber von Volks- und Schlagermusik kamen während dreier Tage bei besten Bedingungen voll und ganz auf ihre Kosten.
Schlagerfestival 2026
Ein Heimspiel hatten die Jodler aus St. Stephan, welche wiederholt auf der Bühne ihre Lieder und Jutze zum Besten gaben und so eine ideale Abwechslung zur Schlagermusik boten.
Richtig Stimmung kam auf, als die Bayerin Ramona Martiness ihre Show startete. Sie verstand es, das Publikum mitzureissen und mischte sich auch gleich mal darunter. «Schöne Lügen», die Singleauskopplung aus ihrem neusten Album, welches soeben erschienen ist, war nur eines von vielen Liedern aus Eigenproduktion, welches sie an diesem Abend sang. Das Publikum war hell begeistert, sang und tanzte zu den Liedern der Künstlerin. Martiness traf mit ihren modernen, aber gleichwohl melodiösen Texten mit Ohrwurmpotenzial zweifellos den Geschmack der Anwesenden.
Auch die Schlagerpiloten durften auf eine grosse Fangemeinde zählen und genossen sichtlich ihren Auftritt im Obersimmental. Das deutsche Duo mit Stefan Peters und Kevin Marx erwiesen schon mit ihrem Outfit ihrem Bandname alle Ehre. Mit ihren Pilotenuniformen und dem ausgesprochenen Charme könnten die zwei durchaus als echte Piloten durchgehen. «Lass mich der Captain deines Herzens sein» war einer der Titel, welche die beiden sangen, und es blieb unbekannt, ob dieses Angebot an diesem Abend von jemandem angenommen wurde.
Die unverwüstlichen Calimeros
Unbestritten, eine Band, welche seit 40 Jahren mit Erfolg auf der Bühne steht, sucht seinesgleichen. Den Calimeros gelang dieses Kunststück und mit Roland Eberhart wirkt immer noch ein Gründungsmitglied mit. Die Freude am Musizieren war dem Trio auch sichtlich anzumerken und die zahlreichen Fans wurden nicht enttäuscht. Sie kamen in den Genuss von neuen Titeln, aber auch von solchen aus den gegen zwanzig Alben aus der Vergangenheit, welche Gold oder sogar Platinstatus erreichten. «1000 Liebesbriefe», diese Textzeilen der Eigenkomposition von 1985 kannten gefühlt alle der Anwesenden und sangen ausgelassen mit. Dabei spielte es keine Rolle, dass inzwischen Liebesbriefe grossmehrheitlich durch WhatsApp Nachrichten ersetzt wurden, und die schweizerische Post gleichentags verkündete, dass das Porto für Briefe angehoben werde, und somit das Verschicken von so vielen Liebesbriefen auch zu einer finanziellen Herausforderung werden könnte.
Die Band denkt noch lange nicht ans Aufhören: Nachdem Gitarrist Andy Rynert kürzlich seinen Bandrücktritt nach 15 Jahren bekannt gab, wird bereits nach einem Nachfolger gesucht.
Stefanie Hertel, Francine Jordi
und G.G. Anderson am Samstag
Bereits am Freitagabend wurde verkündet, dass der Samstag praktisch ausverkauft sei. Die Besucherinnen und Besucher kamen folglich in Strömen und genossen den Abend, an welchem die Schwyzerörgeli Grossformation Simmental-Saanenland den folkloristischen Teil übernahm. Stefanie Hertel braucht man in der Schlagerszene nicht weiter vorzustellen.
Bereits mit vier Jahren stand sie mit ihrem Vater das erste Mal auf der Bühne und hatte mit sechs den ersten Fernsehauftritt, der Rest ist Geschichte. In St. Stephan trat sie mit ihrer Dirndl Rock Band auf und hielt das Publikum mit ihren Liedern und der Show in Atem.
Auch Francine Jordi erreichte weit über die Landesgrenze hinaus Bekanntheit. Wie auch Hertel gewann sie den Grand Prix der Volksmusik, und ist neben dem Singen auch als Moderatorin unterwegs. Das Publikum am Samstagabend verzückte die Bernerin mit ihren unterhaltsamen Liedern, aber auch mit besinnlichen Texten.