Weiterer Mosaikstein für Alterszentrum-Erweiterung
Die für den «Gemeindeverband Liegenschaften beim Spital Zweisimmen» zuständigen Abgeordneten aus den vier Obersimmentalischen Gemeinden stellen sich wichtige Aufgaben. Für die zentrumsnahen Spitalland-Parzellen interessieren sich verschiedene Bewerber. Die Versammlungsteilnehmer stimmten am Montagabend im Grundsatz für eine Erweiterung des Baurechts an die Alterswohnen STS AG und liessen sich über das angedachte Blaulichtzentrum für Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Zivilschutz informieren. Sie genehmigten Jahresbericht und -rechnung und eine Bürgschaft für den Umbau der Frauenarztpraxis. Für Küchenerneuerungen und wärmetechnische Sanierungen im Personalhaus werden über eine Million Franken veranschlagt.
Im vergangenen Dezember hatten die GemeindebürgerInnen von Zweisimmen der Abtretung des Alterszentrums Bergsonne an die Alterswohnen STS AG im Grundsatz und grossmehrheitlich zugestimmt. Einen Grundsatzentscheid fällten am vergangenen Montag auch die Abgeordneten des «Gemeindeverband Liegenschaften beim Spital.» Sie stimmten der Baurechtserweiterung unter dem Vorbehalt zu, dass das Altersheim entweder in eine öffentliche Stiftung überführt wird, oder dass der Kanton der Übertragung an die privatrechtliche organisierte «Alterszentrum STS AG» doch noch genehmigt. Eine erste Voranfrage beim Amt für Gemeinden und Raumordnung war abschlägig behandelt worden.
Nicht nur den Ball hin- und herschieben
Präsident Kurt Trachsel zeigte sich erleichtert über die Zustimmung seiner Abgeordneten. «Es bringt nichts, wenn sich die verschiedenen beteiligten Organisationen gegenseitig den Ball hin- und herschieben. Wir haben im Interesse unserer älteren Mitbewohner zu denken und zu handeln. Die nach Saanen «ausgelagerten» Altersheimbewohner warten auf die Rückkehr ins Simmental».
Alterszentrum:
Umwandlung in eine Stiftung?
Angesichts der komplexen Eigentümerstrukturen ist nach diesem Entscheid auch die Alterswohnen STS AG gefordert. Es drängt sich auf, dass die – vor allem im Obersimmental und im Saanenland tätige – Organisation in eine Stiftung überführt wird. Damit würden einige der heiklen rechtlichen Fragen einer Lösung zugeführt.
Investitionen in Millionenhöhe geplant
Der Präsident des Gemeindeverbands legte auch Rechenschaft über ein arbeitsreiches Jahr ab: Im Personalhaus wurde eine WLAN-Anlage eingerichtet. Für die Sanierung der Küchen läuft die Phase der Submission. Die wärmetechnische Sanierung des Gebäudes und die Sanierung der Balkone sind in Abklärung. Man rechnet mit Kosten von einer Million Franken.
Bürgschaft für Frauenarztpraxis
Für die Weiterführung, bzw. Weitervermietung der Frauenarztpraxis waren bauliche Sanierungsmassnahmen erforderlich. Der Verband hat die «bauseitigen» Massnahmen finanziert und stimmte ausserdem einer Bürgschaft an das neue Ärztepaar in der Höhe von 180’000 Franken zu. Damit wurden Mobiliar und nichtmedizinische Einrichtungen finanziert.
Blaulichtzentrum statt Migros?
Dem Gemeindeverband für die Liegenschaften beim Spital wird bei der Verwaltung seiner Liegenschaften die Arbeit auch in Zukunft nicht ausgehen. Neben den beschriebenen baulichen Aufgaben, werden in naher Zukunft Entscheide in Sachen Spitalland gefragt sein.
Derzeit geben sich die Interessenten «die Klinke in die Hand». Nachdem das Interesse der Migros für eine Bauparzelle nicht mehr vorhanden ist, laufen gemeindeseits Abklärungen für die Errichtung eines Blaulicht-Zentrums für Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Zivilschutz. Präsident Kurt Trachsel dazu: «Nach den Legatsbestimmungen hat das Spitalland öffentlichen Zwecken zu dienen. Der daraus generierte Erlös ist aber zwingend wieder im Gesundheitsbereich einzusetzen.»
Ernst Hodel