5. Liga: FC EDO Simme : FC Rothorn Brienz 2:0
Drei Punkte gegen den FC Rothorn
Torschütze Lukas «Arjen» Hartmann.
Der Tabellenführer gegen das Schlusslicht. Der vermeindlich leichten Aufgabe musste sich am Samstag Vorabend die zweite Mannschaft des FC EDO Simme stellen, als sie den FC Rothorn aus Brienz in der Au Allmend Erlenbach empfängt. Coach «Resu» Kaspar und Spielertrainer Mathias Siegenthaler entschieden sich für ein offensives 4-4-2 System und funktionierten Aussenverteidiger und Captain Alex Stucki wieder zum Stürmer um. Für den gesperrten Bernhard Küng sprang erneut Siegenthaler ein und bildete mit Patrick Zürcher die In-nenverteidigung. Gleich drei Spieler gaben ihr Come-back in der zweiten Mannschaft mit Kevin Bühler als Aussenläufer und Patric Masshardt vorerst als Ersatz. Mit Martin Leibundgut stand ein erfahrener Keeper zwischen den Pfosten nach seiner langen Verletzung. Die erste Mannschaft von EDO hatte die 4. Liga-Equipe der Brienzer im ersten Spiel des Tages bereits mit einem deutlichen 7:0 auf den langen Heimweg geschickt.
Das Spiel war zunächst ein gegenseitiges Abtasten und weit weg von einem EDO-Sturmlauf. Offensive Akzente setzten in den ersten 45. Minuten meistens die beiden Flügel Hartmann und Bühler. Einige Male versuchte auch Verteidiger Zürcher mit einem Vorstoss für Gefahr Richtung Brienzer Tor zu sorgen. Es dauerte doch lange bis sich die beiden EDO-Stürmer im Spiel zurechtfanden. Es stimmten zu oft die Laufwege nicht und die Spitzen blieben so unangespielt. Doch während die Erlenbacher ihr Spiel aufzuziehen versuchten, kam von Rothorn wenig Erwähnenswertes. Es dauerte bis zur 28. Minute als sich Kevin Bühler mit einem erneuten Solo durch die gegnerische Abwehr dribbelte und plötzlich alleine vor dem Torwart auftauchte. Er liess sich nicht zweimal bitten und hielt mit einem satten Schuss drauf. Die Maschen und die Ziffern der Anzeigetafel bewegten sich, es stand 1:0. Gut zehn Minuten später ein weiterer Vorstoss über die linke EDO-Seite von Lukas Hartmann, der mehrere Gegenspieler stehen liess und in bester Arjen Robben Manier nach innen zog und das Runde Spielgerät in die lange Ecke schlänzte. Der Mann mit der Anzeigetafel-Fernbedienung hatte erneut Arbeit und korrigierte den Spielstand auf 2:0 für die Hausherren. Dennoch spiegelte dieser Stand keineswegs ein gutes Spiel des FC EDO wieder. Es fehlte am «einfachen Spiel», oft wurde eine komplizierte Variante gewählt. Fehler im Spielaufbau waren nicht selten und eine andauernde Druckphase auf das gegenüberliegende Tor blieb gänzlich aus. Pünktlich schickte der Referee die beiden Equipen in die Kabinen. Zufriedene Gesichter sehen anders aus und dies auf beiden Seiten. Erwartungsgemäss wurde das System geändert. Erlenbach spielte nach dem Pausentee mit nur noch einer Spitze und versuchte das Mittelfeld zu stärken. Rückkehrer Masshardt schnürte sich die Treter und tat ab sofort mit. Das umständliche Spiel zog sich jedoch wie ein Faden durch die Partie. Je länger der Match dauerte umso mehr wurde klar: EDO schien nicht mehr zu wollen, Rothorn nicht mehr zu können. Torszenen scheiterten oft am letzten Zuspiel, das meist ausblieb. Es wurde viel gearbeitet an diesem sonnigen Nachmittag, aber zählbares schaute nicht heraus. Es waren etwa 70 Minuten gespielt, als der Brienzer Schlussmann einen satten Schussversuch Wyssmüllers von der Strafraumgrenze nach vorne abprallen liess. Wiedmer konnte aus kurzer Distanz einschiessen. Der Treffer wurde wegen einer Abseitsposition aberkannt, sehr zum Unverständnis der zahlreichen Zuschauer am Seitenrand. Die Schlussphase wurde mit neuen Kräften in Angriff genommen. Philip Kunz, Nicolas Schütz, Mario Wyssmüller, Alain Wiedmer und Adrian Teuscher halfen das 2:0 ungefährdet über die Zeit zu bringen.
Es war zweifelsohne kein fussballerischer Leckerbissen, doch der FC EDO Simme zeigte seine Qualität, indem er auch ein solches Spiel gewinnen kann. Das Team hat sich in dieser Spielzeit stark verbessert und hat am nächsten Freitag die Möglichkeit ein weiteres Teil ins Aufstiegspuzzle zu setzen. Dann nämlich wird der FC Frutigen zu Gast sein. In der Herbstrunde fügten die Kandertaler dem FC EDO eine von erst zwei Niederlagen zu. Das Team dankt allen Zuschauer für ihr Kommen und hofft auch am Freitag auf zahlreiche Unterstützung. Silvan Wiedmer