Susi Meinen kam, sah und siegte
Bei der ersten Teilnahme gewann die Boltigerin Susi Meinen gleich den Kandersteger Volksskilauf. Die BOSV-Kader-Läuferin gewann sowohl den Goldsprint als auch den Endspurt. Schnellste Simmentaler waren der Oberwiler Rolf Wittwer und Niklaus Gafner aus Erlenbach, welche die Ränge 54 und 55 belegen.
Kandersteger Gewinnerin Susi Meinen (rechts) mit der schnellsten Zweisimmner Nachwuchsläuferin Tatjana Gyger.
Der starke Regen an den Vortagen wandelte sich noch rechtzeitig vor dem 42. Kandersteger Volksskilauf in Schnee um. So präsentierte sich das Lötschbergdorf wieder im schönsten Winterkleid. Da in der freien Technik gelaufen wurde, war es beim Wachsen trotz feuchtem Neuschnee kein Problem, gut gleitende Skis hinzukriegen. Die zwei Runden des über die Halbmarathondistanz (21 km) führenden Swiss-Loppet-Klassikers, nahmen rund 340 Teilnehmer unter die schmalen Latten. Unter dem Tempodiktat von Vorjahressieger Evgeny Bogdanov setzte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe sofort ab. Der Fluchtgruppe gehörte mit dem Adelbodner Mathias Inniger auch ein Berner Distanzläufer an. Roland Zwahlen, bei der Jubiläumsaustragung 2011 Dritter, verpasste den Abgang. «Wir wollten verhindern, dass Bogdanov nicht wie bei seinem Solosieg letztes Jahr, wieder früh ausreisst», verriet Inniger nach dem Lauf. Den Goldsprint bei der Zielpassage (km 10,5) gewann der 24-jährige Engstligentaler aus der dritten Position heraus sicher. «Da merkte ich, dass ich bei einem allfälligen Schlusssprint, wegen meiner Spurtstärke keinen der Fluchtkollegen fürchten musste», so der letztjährige Swiss-Cup-Gesamtsieger. Um den Sieg sprintete letztlich, weil Bruno Joller schon früher abreissen lassen musste, ein Quartett. Dabei gelang es dem endschnellen Inniger den starken Bogdanow, Dominik Volken und den Vorjahreszweiten Thomas Suter auf die Ehrenplätze zu verweisen. «Ich habe den Sprint von der Spitze aus durchziehen können und sicher gewonnen», schildert der erstmalige «Kandersteger»-Sieger hocherfreut. Die Siegerzeit von 53:13,5 war wegen des Neuschnees rund zwei Minuten höher als im Vorjahr. Schnellster Simmentaler war der Oberwiler Rolf Wittwer. Er verlor als 54. etwas mehr als acht Minuten auf den Sieger. Niklaus Gafner aus der Niedersimmentaler Langlauf-Dynastie war rund eine Minute langsamer. Dies trug dem Holzverarbeitungsunternehmer den 55. Rang ein.
Meinen sprintete taktisch klug
Susi Meinen, die letzte Woche zum fünften Mal in Folge die Gesamtwertung des Kanderstegers Cross-Country-Events gewonnen hatte, wagte sich erstmals an den Kandersteger Volkslauf. «Wenn man schon im Oberland einen so schönen Volkskilauf hat, benütze ich doch die Gelegenheit, einmal über die Halbmarathon-Distanz zu laufen», meinte die 20-jährige Malerin aus Boltigen. Die Obersimmentalerin hat sich mit der früheren Weltcup-Athletin Marianne Volken-Irniger und der Freiburgerin Nicole Donzallaz schon früh abgesetzt. Bei der Zielpassage bei Rennmitte gewann die Gesamtsiebte der Swiss-Cup-Mini-Tour Adelboden von der Spitze aus den Goldsprint. Nicole Donzallaz konnte in der zweiten Runde nicht mehr mithalten. Es kam zum Endspurt Susi Meinen gegen Marianne Volken. Die junge Berner Oberländerin besiegte ihre 47-jährige Fluchtkollegin von der Spitze aus. Das Duo durchskytete die 21 Kilometer klar unter 62 Minuten. «Weil ich einen schnellen Ski hatte, passierte ich meine Mitkonkurrentin in der Wildi-Abfahrt und verteidigte meine Spitzenposition bis ins Ziel», schildert die grossartige Kandersteger-Gewinnerin. «Heute hat alles gepasst», freute sich die BOSV-Cup-Gesamtsiegerin des Vorjahres und aktuelle BOSV-Meisterin. Dritte wurde die Greyerzerin Nicole Donzallaz. Peter Russenberger