Spontane Ehrung für Junioren-Abfahrts-Weltmeister Nils Mani

Auf dem Schulweg zum Rennhund geworden

«Wir haben inzwischen Erfahrung mit Sportlerehrungen und brauchen für solche Anlässe nur das Konzept aus der Schublade zu ziehen», stellte Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer an der spontanen Ehrung für den 21-jährigen Junioren-Abfahrts-Weltmeister und Silbermedaillen-Gewinner im Super G aus Schwenden fest. In der Tat: Nach der Schwingerkönig-Feier für Kilian Wenger und der ersten Ehrung für Nils Mani vor einem Jahr (damals für WM-Bronze und Silber) war es schon die dritte spontane Feier für einen Diemtigtaler Sportler und Naturburschen.

Spontane Ehrung für Junioren-Abfahrts-Weltmeister Nils Mani

/
Triumphaler Einzug des Junioren-Weltmeisters auf dem Festplatz.
Triumphaler Einzug des Junioren-Weltmeisters auf dem Festplatz.
Der Erfolg liess auch die Behörden «jauchzen». Nils Mani mit Gemeindepräsident H...
Der Erfolg liess auch die Behörden «jauchzen». Nils Mani mit Gemeindepräsident Hans von Allmen und Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer.
Nationalrat Erich von Siebenthal – nach Sessionsende extra aus Bern angereist - ...
Nationalrat Erich von Siebenthal – nach Sessionsende extra aus Bern angereist - weilte unter den vielen Gästen und Gratulanten.
Gefragte Autogramme. Die Unterschrift von Nils Mani schmückt manches Käppi und v...
Gefragte Autogramme. Die Unterschrift von Nils Mani schmückt manches Käppi und viele Ski-Jacken.
Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer – einer von den 300 Fanclub-Mitgliedern.
Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer – einer von den 300 Fanclub-Mitgliedern.

Die Diemtiger JO-Kinder standen bei dem von den Treichlern begleiteten triumphalen Einzug des frisch gebackenen Weltmeisters Spalier. Der Musikverein Erlenbach-Diemtigtal umrahmte die Glückwunschadressen der vier Redner auf dem Vorplatz der Schulanlage in Oey.

Der Diemtiger Gemeindepräsident Hans von Allmen bezeichnete den jungen Sportler als Vorbild und als Glücksfall für das Diemtigtal.

Botschafter des Tals , des Berner Oberlandes und der Schweiz

«Deine Erfolge sind ein hart erarbeitetes Geschenk für dich selber, für deine Familie, für den SC Schwenden, den Fan-Club, für die Lehrfirma, für das Tal aber auch für das Berner Oberland und für die ganze Ski-Nation Schweiz! Ich habe die Erfolge mit einem hellen Jauchzer gefeiert». Nationalrat Erich von Siebenthal forderte den jungen Sportler auf: «Du bist jetzt ein Botschafter des Landes, des Kantons und des Tals, aber bleib was du bist; ein Bergler». Als Betriebsleiter der Wasserngrat-Bahnen (Trainingsgelände vieler Alpin-Teams) hatte der Gstaader Politiker dem neuen Skistar schon manchen Skiliftsessel gereicht.

Lichtblick im tristen Skirenn-Winter

Reto Mani würdigte die Leistungen als Präsident des Skiklubs Schwenden: «Dein Erfolg verdient umso grössere Anerkennung, als wir in diesem Winter von unseren Ski-Nati-Herren nicht gerade verwöhnt worden sind. Der Erfolge des Swiss Ski-Junior-Teams lässt uns in Kürze auf eine bessere Zukunft hoffen».

(Anmerkung des Berichterstatters: Auf die öffentliche Anerkennung von BOSV und Swiss Ski muss Nils Mani noch warten. Die spontane Feier in Diemtigen kam für die Verbände wohl zu spontan. Wichtige Traktanden an Vorstandssitzungen und die Suche nach neuem Direktor und Cheftrainer gehen offenbar einer WM-Feier vor. Es gab ja in dieser Saison so viele Schweizer Weltmeister… Die Verbandsfunktionäre haben Gelegenheit, ihre Glückwünsche an der offiziellen Ehrung vom 13. April nachzureichen.)

Die Grundkondition

auf dem Schulweg geholt

Auch Jürg Mani strahlte vor Freude. Der Präsident des inzwischen auf 300 Mitglieder angewachsenen Fanclubs erinnerte an die Zeiten, als Nils als Statterbueb bei ihm wirkte. «Du warst schon immer ehrgeizig, zielstrebig, mental stark, ausserordentlich trainingsfleissig und eben ein Rennhund. Die Grundkondition hast du zu Schulzeiten auf dem 32 Kilometer langen Hin- und Rückweg von Schwenden in die Sekundarschule von Erlenbach geholt, die du meistens auf dem Rennvelo bewältigt hast.»

Auch die Verbundenheit mit der Scholle ist geblieben. Nils Mani hilft noch heute oft im Stall von Jürg Mani und aus dem Kälbchen «Paola», das ihm sein Meister vor acht Jahren geschenkt hat, ist mittlerweile eine stattliche, mit 5545/97 Punkten prämierte, achtjährige Kuh geworden.

Erstes Schnuppern

auf der Olympiastrecke von Sotschi

Nils Mani zeigte sich überwältigt vom Empfang. Er dankte für die grosse Unterstützung von allen Seiten, für die zahlreichen guten Wünsche vor den Rennen und die vielen Gratulationen, die ihn schon in Übersee erreicht hätten.

Als Weltmeister fiele ihm eigentlich die Ehre zu, (als einziger Schweizer) am Weltcup-Abfahrtsfinale in Lenzerheide anzutreten. Mani hat sich für die Teilnahme an den Europa-Cup-Rennen in Sotschi entschieden, die zur gleichen Zeit stattfinden. Dort winkt a) ein fixer Weltcup-Startplatz für die kommende Saison und b) die Tuchfühlung mit der Olympiastrecke von 2014.

Ein Erfolg bei den Grossen im kommenden Jahr würde die ganz Skisportschweiz freuen.

Und eben: Diemtigen wäre auch dannzumal für eine spontane Feier gerüstet. Man müsste bekanntlich nur das Konzept aus der Schublade nehmen…

Ernst Hodel

Spontane Ehrung für Junioren-Abfahrts-Weltmeister Nils Mani

/
Triumphaler Einzug des Junioren-Weltmeisters auf dem Festplatz.
Triumphaler Einzug des Junioren-Weltmeisters auf dem Festplatz.
Der Erfolg liess auch die Behörden «jauchzen». Nils Mani mit Gemeindepräsident H...
Der Erfolg liess auch die Behörden «jauchzen». Nils Mani mit Gemeindepräsident Hans von Allmen und Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer.
Nationalrat Erich von Siebenthal – nach Sessionsende extra aus Bern angereist - ...
Nationalrat Erich von Siebenthal – nach Sessionsende extra aus Bern angereist - weilte unter den vielen Gästen und Gratulanten.
Gefragte Autogramme. Die Unterschrift von Nils Mani schmückt manches Käppi und v...
Gefragte Autogramme. Die Unterschrift von Nils Mani schmückt manches Käppi und viele Ski-Jacken.
Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer – einer von den 300 Fanclub-Mitgliedern.
Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer – einer von den 300 Fanclub-Mitgliedern.

Zum Artikel

Erstellt:
07.03.2013, 08:30 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 40sec
Kommentare