Rinderberg wieder super Derby-Berg

Smarte Engländer haben den Wintertourismus entdeckt und die Alpen zur coolen Spielwiese geformt. Briten genossen Zweisimmen schon in seiner touristischen Hochblüte vor dem Ersten Weltkrieg und der Rinderberg war bereits 1906 stolz, Wettkampfstätte für die 2. Schweizer-Meisterschaften im Skilauf zu sein. Ein englisches Wort lässt noch heute Zweisimmen und den Rinderberg jauchzen und zittern: Derby. Im Sport bedeutet Derby schönste Emotionen. Und das Rinderberg-Derby, das sich vom früheren Abfahrts-Klassiker vom Spitz ins Dorf zur sympathischen Volksabfahrt entwickelt hat, wurde 2013 dem magischen Derby-Ruf voll gerecht.

Rinderberg-Derby

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Kleine und grosse AbfahrerInnen hatten ihren Spass und zeigten starke Leistungen! OK-Präsident Kurt Müller hatte seine helle Freude «ich staune einfach nur, wie der Rinderberg sich immer wieder neu in Szene zu setzen weiss. Unser Skiberg ist wie eine Persönlichkeit mit viel Charisma.» Das Pistenfahrer-Team um Streckenchef Peter Allemann knüpfte einen Pisten-Teppich, so fein wie ein exklusiver Orientteppich. «Ich wusste, dass bei strahlenden Wetter und der guten Sicht die Volksabfahrer bis an ihre Grenzen carven. Zum Glück waren alle Stürze glimpflich. Wir sind Gstaad Mountain Rides dankbar, dass wir den Rinderberg für das Derby absperren dürfen».

Aushängeschild Bruno Kernen I, Hahnenkamm Sieger 1983, musste dagegen passen und sich per SMS schweren Herzens abmelden. Ihn hatte die Hexe geschossen. Jäger Kernen würde sich freuen, wenn er künftig den Hirsch vom Rinderberg ebenso platt trifft. Touristisch wird gerne gehört, dass Hotelier Kernen mit der Wintersaison zufrieden ist.

Auch ohne den früheren Abfahrts-crack sorgte der Rinderberg für viel Spannung und knappe Entscheidungen. Bei den Damen trennten die Tagessiegerin Céline Eschler auf der 5,6 km langen Strecke nur 61 Hundertstel von Stephanie Bühler. Und der Derby-Star Markus Moser, diesen Titel hat er sich mit vielen Volksabfahrts-Siegen zu recht verdient, musste mit seiner windschlüpfrigsten Hocke seine Oberschenkel herrlich übersäuern, um den früheren Junioren-WM-Medaillengewinner Sepp Gerber in Schach zu halten. Bei einer Pistenlänge von 5,6 km und einer Siegerzeit von 3:02.48 fuhr der Sieger Moser eine Durchschnittgeschwindigkeit von 111 km/h, wovor sich das Derby respektvoll verbeugt; oder stimmt etwa wie im Januar im Kassensturz diskutiert, die Pistenlänge nicht? Das Derby hat’s bewiesen: Für das Saisonfinale bis Ostermontag ist der Rinderberg bestens gerüstet und seine Pisten versprechen grossen, herrlich sulzigen, carvigsten Schneespass.

Rinderberg-Derby

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Erstellt:
21.03.2013, 08:37 Uhr
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