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Vortragsreihe des SRK Kanton Bern, Region Oberland: «malreden» bietet Gesprächsmöglichkeiten

Freiwilligentelefon gegen Einsamkeit im Alter

Mit dem Eintritt ins Pensionsalter, dem Wegzug der eigenen Kinder oder dem Tod eines langjährigen Partners kann das eigene Leben aus den Fugen geraten. Und der betroffene Mensch ins Abseits: Einsamkeit – speziell in höherem Alter – ist weit verbreitet, doch ein Tabu-Thema. Mit dem Angebot «malreden» hat der Verein Silbernetz Schweiz ein leicht zugängliches Gesprächsangebot geschaffen, wie Eva Zwahlen, Mitglied des Vereinsvorstandes am Dienstag, 4. Oktober 2022 im Kirchgemeindehaus im Rahmen der Vortragsreihe des Schweizerischen Roten Kreuzes Kanton Bern, Region Oberland erläuterte.

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Freiwilligentelefon gegen Einsamkeit im Alter

© Armin Berger

Barbara Zimmerli (links) als lokal verantwortliche Organisatorin konnte am vergangenen Dienstag, 4. Oktober, Eva Zwahlen im Kirchgemeindehaus Zweisimmen begrüssen.

Die Idee für das Angebot von malreden kam den Initiantinnen Eve Bino und Sylviane Darbellay aus der beruflichen Praxis. Bino hatte es als Physiotherapeutin immer wieder mit älteren Menschen zu tun, die den Besuch bei ihr auch gern für ein Schwätzchen nutzten. Doch dafür war im eng getakteten Gesundheitssystem keine Zeit: Die Arbeit am diagnostizierten körperlichen Problem war gefordert und verordnet. «Einsamkeit» und «Gesprächsbedarf» kommen darin nicht vor.

Und genau da setzt das Projekt «malreden» an: Den Betroffenen wird unter einer kostenlosen Telefonnummer täglich zwischen 9 und 20 Uhr ein einfaches, anonymes und kostenloses Gesprächsangebot gemacht. «Unsere Gesprächspartner sind Freiwillige aller Altersstufen», erläutert Zwahlen und ergänzt: «Uns ist wichtig, dass die Freiwilligen gut geschult sind und sich auch weiterbilden.»

Und der Bedarf an einem solchen Angebot ist gross: Rund 1,5 Millionen Menschen in der Schweiz sind über 65 Jahre alt und Schätzungen zeigen, dass sich rund ein Drittel davon manchmal bis häufig einsam fühlen. Mit rund 550 Gesprächen pro Monat ist das Angebot von malreden seit dem Projektstart im Jahre 2020 bereits gut genutzt und etabliert – und ist dennoch erst am Anfang: Der schweizweite Ausbau des Angebotes ist in den nächsten Jahren geplant.

Grenzen des Möglichen – und Abgrenzung zu anderen Angeboten

Da das Angebot von malreden als niederschwelliges Gesprächsangebot konzipiert ist, war es Zwahlen im Gespräch mit der kleinen, aber neugierigen Zuhörergruppe auch wichtig, die Grenzen des Projekts aufzuzeigen: «malreden ist kein Krisen- oder Notfalltelefon», stellte Zwahlen klar und fuhr fort: «Bei Anrufern mit akuten Problemen vermitteln unsere Freiwilligen diese zu spezialisierten Hilfsangeboten». Und damit grenzte sie die Leistungen auch zur Nummer 143 der Dargebotenen Hand ab: «malreden kann von den Betroffenen gerne jeden Tag für ein Alltagsgespräch genutzt werden.» Denn es geht darum, Kontakt und Gespräche zu ermöglichen und die Anrufer zu ermutigen, weitere Schritte aus ihrer Einsamkeit zu gehen.

Die Zuhörer des Vortrags konnte Zwahlen von der Idee und dem Angebot «malreden» jedenfalls überzeugen. Und so hofft sie, dass sich das Angebot über die Zuhörer ihres Vortrages weiter herumspricht und möglichst viele Menschen erreicht, die sich einsam fühlen. Denn wer einsam ist und wem diese Hilfe guttun würde, der würde sich kaum «aus der Deckung wagen» und einen solchen Vortrag besuchen. Einsamkeit ist eben noch immer ein gesellschaftliches Tabu-Thema.

Weitere Vorträge folgen

Die Vortragsreihe des SRK Kanton Bern, Region Berner Oberland wird fortgesetzt am Dienstag, 8. November mit dem Thema «Gerhirnjogging». Weitere Vorträge folgen ab Januar 2023.

Erstellt am: 16.10.2022

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