Gstaader 25-Millionen-Chalet zwangsversteigert

Eine Zwangsversteigerung in dieser Grössenordnung hatte die Dienststelle Obersimmental-Saanen des Betreibungs- und Konkursamtes noch nicht durchzuführen. Im Hotel Residence in Zweisimmen kam am vergangenen letzten Donnerstag ein Gstaader Chalet mit einem betreibungsamtlichen Verkehrswert von 21 Millionen auf eine öffentliche «Gant».

Das Wohnhaus mit total 2970m³ umbautem Raum, Parkplatz, 2102m² Umschwung, 1638m² Wald und 373m² übriger Fläche, war mit 14,6 Millionen Bankschulden verschuldet. Zusätzlich machten gemäss dem Lastenverzeichnis zwei private Geldgeber zusammen weitere 16,9 Millionen Franken geltend. Einer der beiden hatte dafür im Grundbuch ein Kaufsrecht an zwei Dritteln der Liegenschaft eintragen lassen, was bei der Versteigerung zum «Joker» wurde.

Zuschlag für 15,4 Millionen

Im fünften Gebot wurde die Liegenschaft für 15,416 Millionen Franken diesem privaten Geschäftsmann und Kaufrechtinhaber zugeschlagen, der 2008 schon 10,3 Millionen Franken eingeschossen hatte. Für das Haus war ein Ertragswert von 7,6 Millionen errechnet worden. Weil die Liegenschaft aber ein «ausgesprochenes Liebhaberobjekt» darstelle, war der Realwert auf 14 Millionen festgesetzt worden. Die betreibungsamtliche Schätzung (Verkehrswert) lag bei 21 Millionen Franken. An dieser Zwangsverwertung partizipiert auch der Staat. Verwaltungskosten in der Höhe von mehr als 30000 Franken, Verwertungskosten von ca. 60000 Franken und voraussichtliche Grundstückgewinnkosten von weit über 600000 Franken werden der Staats-Schatulle zufliessen. Ernst Hodel

Zum Artikel

Erstellt:
10.12.2009, 08:31 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 29sec
Kommentare