Die offene Kinder- und Jugendarbeit baut Brücken
Zusammenschluss der Juga Saanenland-Obersimmental
Das Obersimmental hat unter der Federführung der Gemeinde Zweisimmen im Frühling 2010 mit dem Sozialsekretariat Saanen Kontakt aufgenommen, um einen Anschluss an die offene Kinder- und Jugendarbeit im Saanenland zu prüfen resp. die Rahmenbedingungen mit der Sitzgemeinde Saanen auszuhandeln und festzulegen. Neben Zweisimmen hat auch Lenk sich für einen Anschluss interessiert. Im Juni 2010 wurde in einem gemeinsamen Standortgespräch die Erweiterung des Angebotes von offener Kinder- und Jugendarbeit ins Obersimmental mit Vertreterinnen der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern diskutiert. Dabei wurden die Voraussetzungen für einen Anschluss der Gemeinden Zweisimmen und Lenk besprochen sowie das weitere Vorgehen skizziert.
Leider sahen die Gemeinden Boltigen und St. Stephan keinen Bedarf an der Bereitstellung offener Kinder- und Jugendarbeit. Gestützt auf diese Ausgangslage sowie im Zusammenhang mit dem nach wie vor geltenden Steuerungskonzept können die einzelnen Obersimmentaler Gemeinden kein eigenes und unabhängiges Angebot für ihre Kinder und Jugendlichen bereitstellen. Deshalb war für die beiden Gemeinden Zweisimmen und Lenk nur der Anschluss an die Sitzgemeinde Saanen möglich.
Nachdem die Pionier- und Aufbauphase der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Saanenland mit der Eröffnung des Jugend- und Freizeitzentrums Oeyetli im November 2010 abgeschlossen wurde, ist das Angebot in ganz neue und komplexere «Dimensionen» gelangt. In einem Spannungsfeld zwischen sozialpädagogischen und betriebswirtschaftlichen Überlegungen hat der Verein Jugendarbeit Saanenland während dem vergangenen Jahr in einem sehr intensiven Prozess versucht, den anspruchsvollen und herausfordernden Betrieb strukturell und konzeptionell vorzubereiten. Die «Verfestigungsphase» hat eben erst eingesetzt und mit dem nun Tatsache gewordenen Anschluss der Obersimmentaler Gemeinden Zweisimmen und Lenk warten bereits wieder neue Herausforderungen.
Aus diesem Grund, haben der Verein Jugendarbeit Saanenland und die Sozialbehörde Saanenland beschlossen, dass die offene Kinder- und Jugendarbeit ab 01. Januar 2012 als Sitzgemeindemodell (Sitzgemeinde: Saanen) mit entsprechenden Anschlussverträgen (Anschlussgemeinden: Gsteig, Lauenen, Zweisimmen und Lenk) geführt werden soll. Anlässlich der letzten Mitgliederversammlung des Vereins Jugendarbeit Saanenland, wurde der Verein per 31. Dezember 2011 aufgelöst.
Nachdem die Zusammenarbeit mit den interessierten Obersimmentaler Gemeinden intensiviert und konkretisiert worden war, beschlossen die Gemeinderäte Zweisimmen und schliesslich die Gemeinde Lenk den Anschluss an die offene Kinder- und Jugendarbeit Saanenland ab dem 01. Januar 2012. Die Leistungsvereinbarungen wurden unbefristet abgeschlossen. In verschiedenen Sitzungen wurde das weitere gemeinsame Vorgehen sowie die Umsetzung des Projektes festgelegt und das nötige Fachpersonal eingestellt.
Die bereitgestellten 60 Stellenprozente werden durch die beiden Jugendarbeiter Caroline Kopp-Poschung, zuständig für Zweisimmen und Remo Bissig, zuständig für die Lenk, abgedeckt. Die Leitung erfolgt durch Rosa Reiter, dipl. Sozialpädagogin (FH) und seit 1. Januar 2012 Betriebsleiterin der offenen Kinder- und Jugendarbeit Saanenland-Obersimmental. Freundlicherweise hat die Gemeindeverwaltung Zweisimmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Obersimmental ein Büro im Gemeindehaus Zweisimmen zur Verfügung gestellt.
Das gemeinsame Projekt soll als eine brückenbauende, verbindende Chance für die beiden Talschaften angesehen werden, welche damit im sozialpolitischen Spannungsfeld näher zusammenrücken und zusammenwachsen werden!
Eröffnung des Schüler - und Schülerinnen Treffs in der Lenk
Allein die Infrastruktur macht noch keine Jugendarbeit. Eine Anleitung sowie Unterstützung durch Fachpersonal ist bei der Umsetzung von Ideen aus der Bevölkerung wichtig.
Remo Bissig hat im September seine Stelle als Jugendarbeiter an der Lenk angetreten. Zusammen mit Caroline Kopp-Poschung, welche den Jugendtreff in Zweisimmen leitet, sind sie für die Jugendarbeit im Obersimmental zuständig.
Am Mittwoch, 17. Oktober 2012 wird er den Schüler/innen beim TEC an der Lenk die Türen öffnen.
Der Jugendtreff in der Baracke wird am Freitag, 19. Oktober 2012 wieder geöffnet. Da das Gebäude ab Januar 2013 vom Kindergarten genutzt wird, bleibt der Treff an diesem Standort nur noch bis Ende Dezember geöffnet.
Remo Bissig ist in Seedorf (Kanton Uri) aufgewachsen und wohnt in Einigen bei Spiez. An der Fachhochschule Luzern studiert er berufsbegleitend soziokulturelle Animation. Er ist motiviert das erworbene Wissen anzuwenden und freut sich auf die Aufbauarbeit der offenen Kinder- und Jugendarbeit Obersimmental.
Der Treff ist ein Begegnungsort für Kinder und Jugendliche von 9 bis 20 Jahren. Er soll aber auch eine Anlauf-stelle für ihre Bezugspersonen werden. Im weiteren bietet die Jugendarbeit Obersimmental auch Beratungsgespräche für Kinder und Jugendliche sowie für Eltern, Lehrer und andere Bezugspersonen an. Dazu soll der Schüler/innen-Treff ein Ort für Informationen über jugendrelevante Themen werden. Caroline Kopp-Poschung wird zudem an der Lenk für die mädchenspezifischen Angebote (Modi-Träff) zuständig sein. Geplant ist, dass einmal pro Monat ein Modi-Träff an der Lenk sowie in Zweisimmen angeboten wird. An diesen Tagen wird Remo Bissig den normalen Treffbetrieb Zweisimmen oder Lenk gewährleisten.
Die offene Kinder- und Jugendarbeit animiert, unterstützt, berät und begleitet Kinder und Jugendliche in deren Ideen und Anliegen. Kinder und Jugendliche erleben im Treff, dass sie als Teil der Bevölkerung willkommen sind und in ihrer jeweiligen Lebensphase ernst genommen und respektiert werden.
In einem ersten Schritt geht es darum, die Jugendlichen darin zu unterstützen, den Treff beim TEC nach ihren Vorstellungen zu gestalten und einzurichten. Es soll vor allem ein Begegnungsort für Schüler/innen und Jugendliche entstehen. Der Standort des Treffs ist recht zentral gelegen, so dass eine «niederschwellige Anlaufstelle « im Sinne von Leitbild und Konzept nun auch umgesetzt werden kann.
Wir freuen uns auf euch! Remo Bissig