Nein zur Halbierungsinitiative
Die Halbierungsinitiative wird oft als Sparmassnahme verkauft. In Wahrheit ist sie ein gefährlicher Eingriff in unsere funktionierende Demokratie.
Ein freier Staat ist auf vielfältige und unabhängige Medien angewiesen. In Zeiten von Deepfakes und «alternativen Fakten» brauchen wir mehr denn je verlässliche, auf Wahrheitsgehalt geprüfte Informationen mit professioneller Einordnung – auch dort, wo sie unbequem ist. Die SRG erfüllt diese Aufgabe heute für alle Sprach- und Landesteile und Bevölkerungsgruppen. Dabei ist sie sich nicht zu schade, auch kritische Berichte über sich selbst zu veröffentlichen.
Für unsere Region ist die SRG ebenfalls bedeutend. Die diversen Top-Events sind auf die SRG als Medienpartnerin angewiesen. Diese Anlässe mit ihrer grossen Wertschöpfung erhalten durch die Berichterstattung wichtige nationale und internationale Aufmerksamkeit.
Wer der SRG die finanzielle Basis entzieht, schwächt nicht nur ein einzelnes Medienhaus, sondern öffnet eine gefährliche Tür: Wenn qualitativ hochwertige Medienangebote wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind, steigt das Risiko, dass sie von reichen Einzelpersonen oder Interessengruppen aufgekauft werden. Die Berichterstattung würde dann statt von Objektivität zunehmend von privaten Interessen geleitet.
Das ist kein Gewinn an Freiheit, sondern ein Verlust an demokratischer Kontrolle und aktuell beispielsweise in den USA, aber auch in Ungarn zu beobachten.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich die SRG gegen diese Initiative kaum wirksam wehren kann. Als öffentlich-rechtliches Medium ist sie zu Zurückhaltung verpflichtet und darf sich politisch nicht so verteidigen wie private Akteure.
Eine Annahme dieser gefährlichen Initiative nützt am Ende jenen, die sich Reichweite und Einfluss einfach kaufen können.
Deshalb, am 9. März: Nein zur Halbierungsinitiative – für eine starke, unabhängige Demokratie. , Gstaad