Franjo von Allmen wird Doppel-Olympiasieger
Franjo von Allmen wird Doppel-Olympiasieger in Bormio!
Der Doppel-Weltmeister Franjo von Allmen doppelt in Bormio nach und wird Doppel-Olympiasieger! Nach dem Sieg in der Abfahrt vom Samstag gewann er in der Team-Kombination zusammen mit Tanguy Nef seine zweite Olympiagoldmedaille.
Die Freude in Bormio ist riesig: Franjo von Allmen gewinnt die Team-Kombination mit Tanguy Nef und erhält innert zwei Tagen das zweite Olympiagold umgehängt.
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Kaum waren die Feierlichkeiten zum Olympia-Abfahrtssieg überstanden und die Franatiker wieder einmal «z’Bode gangä», stand Franjo von Allmen bereits am Montag wieder im Einsatz: Zusammen mit Tanguy Nef bestritt er die Team-Kombination. Und erstmals in der Schweizer Sportgeschichte konnte sich der 24-jährige Boltiger – ein knappes Jahr nach seinem Doppelweltmeister-Titel – am Montagnachmittag als alpiner Doppel-Olympiasieger feiern lassen.
Unglaublich! Dank dem sensationellen Slalom-Lauf von Tanguy Nef gewann Franjo von Allmen in der Team-Kombination in Bormio Gold. Mit einem Vorsprung von 0,99 Sekunden verwiesen die beiden das Team Schweiz 1 mit Marco Odermatt und Loïc Meillard auf den zweiten Rang – ebenso wie das Österreichische Team mit Vincent Kriechmayr und Manuel Feller.
Franjo gut – Tanguy top
Der Renntag verlief für den Boltiger jedoch zuerst nicht ganz nach Wunsch: Seine Fahrt auf der pickelharten, eisigen und unruhigen Pista Stelvio hatte zwei-drei «Rumpler» drin, zudem stand er nach eigener Aussage nicht so zentral über dem Ski wie noch am Samstag. Franjo von Allmen reihte sich mit 0,42 Sekunden Rückstand auf dem vierten Rang ein. Schneller unterwegs waren der Italiener Giovanni Franzoni, gefolgt von Alexis Monney und Marco Odermatt. Franjo war sich durchaus bewusst, dass ihm keine top Fahrt gelungen war, trotzdem war er im Ziel erstaunt, dass der Rückstand auf die Schnellsten nicht grösser war.
Und so lag die Entscheidung in den Händen von Slalom-Spezialist Tanguy Nef. Gemeinsam hatten sie zuvor einen Plan entwickelt: «All or Nefing» (statt «All or Nothing, dt. «Alles oder nichts»), den sie in beeindruckender Manier durchzogen. Und so führte Nef das Team Schweiz 2 mit einem sensationellen Slalom-Lauf mit Laufbestzeit von Platz vier an die Spitze und zu Gold. Teampartner Franjo hatte während Tanguys Fahrt weiche Knie, wie noch selten: «Es war unglaublich, es sah so einfach aus, wie er runtergefahren ist. Es ist ja nicht so, dass er nur eine Sekunde vorausgefahren ist, er musste auch noch eine halbe Sekunde von mir wettmachen. Hut ab, er hat die unglaubliche Leistung gebracht. Bei mir kamen am Schluss der Strecke leider die müden Beine dazu. Das Entscheidende hat Tanguy geliefert.»
Als Tanguy Nef ins Ziel kam, gab es kein Halten: Franjo – mit einer Schweizer Fahne umgebunden – stürmte auf seinen Teamkollegen zu. Sie fielen sich in die Arme und wussten, dass der Traumlauf von Nef den Olympiasieg bedeuten könnte. Drei Fahrer später hatten sie Gewissheit: Dank Tanguy Nefs Laufbestzeit hatte das Team Olympiagold auf sicher.
Erster alpiner Doppel-Olympiasieger
Mit Gold in der Abfahrt und Gold in der neuen Team-Kombination ist Franjo von Allmen der erste alpine Doppel-Olympiasieger der Schweiz. Da stellt sich unweigerlich die Frage, was der Franatiker-Präsident Sandro Siegenthaler, der Franjo vor Jahren versprach, sich sein FvA-Logo tätowieren zu lassen, sollte er jemals Olympiagold gewinnen – nun machen wird, da Franjo bereits zweimal Gold hat. Von Allmen seinerseits hat gewettet, dass er in den winterlich kalten Thunersee springen würde – auch da stellt sich die Frage, ob jede Goldmedaille einen Sprung ins kalte Wasser bedeuten wird.
Zuvor hatten übrigens im alpinen Bereich einzig Marie-Theres Nadig (1972 in Sapporo) sowie Vreni Schneider (1988 in Calgary) Olympia-Doppel-Gold gewonnen. Franjo von Allmen gilt hingegen als der erste Mann, der zwei alpine Goldmedaillen bei demselben Olympia-Anlass errungen hat, was ihn zum ersten «Doppel-Olympiasieger» in dieser Kategorie macht.
Wie FvA bei der Olympia-Abfahrt vom vergangenen Samstag abgeschnitten hat, lesen Sie auf Seite drei. Und wie er beim Super-G vom Mittwoch, 11. Februar abschneiden wird, stand bei Redaktionsschluss noch in den Sternen – heja Franjo!