Traurige Gewissheit: Sieben Tote im Diemtigtal
Zwei Tage nach dem Lawinenunglück im Berner Oberland ist die Zahl der Opfer auf sieben gestiegen. Rettungskräfte haben die drei vermissten Personen tot gefunden.
Damit steht nun fest, dass das Lawinenunglück vom vergangenen Sonntag im Diemtigtal sieben Todesopfer gefordert hat. Das ist das schwerste Lawinenunglück seit Februar 1999, als in Evolène VS unter zwei Lawinen zwölf Menschen starben.
Am Sonntag, 3. Januar 2010, kurz vor 11.30 Uhr erfasste eine Lawine im Gebiet Chummli im Diemtigtal mehrere Tourenskifahrer. Kurz nachdem die Rega einen Notfallarzt eingeflogen und diesen abgesetzt hatte, löste sich eine zweite Lawine und verschüttete den Notfallarzt und weitere Personen, die dabei waren, einen von der ersten Lawine verschütteten Mann zu bergen. Das darauf folgende Grossaufgebot an rund 100 Rettungskräften und insgesamt acht Helikoptern barg acht verletzte Personen und verbrachte sie zum Teil in kritischem Zustand in Spitäler. Eine Person musste bereits tot geborgen werden. Im Verlauf des Nachmittags verstarben zwei der schwer verletzten Personen im Spital, darunter der Rega-Arzt. Im Verlauf des Abends verstarb ein weiterer Mann.
Zu den vier Todesopfern kommen drei weitere hinzu. Heute Dienstag, um etwa 11.40 Uhr fanden die Rettungskräfte im Lawinenkegel drei tote Personen. Die Suche war kurz zuvor von rund 60 Personen (Mitgliedern der SAC-Rettungsstationen im Berner Oberland und Gebirgsspezialisten der Armee) wieder aufgenommen worden. Durch den Einsatz des Recco-Gerätes konnte ein Signal empfangen und darauf konnten mit Sondierstangen die verschütteten Personen lokalisiert werden. Zwei Männer und eine Frau konnten nur noch tot geborgen werden. Die Todesopfer wurden ins Institut für Rechtsmedizin zur Identifikation verbracht.
Bis am Dienstagmittag konnten mit Ausnahme einer Person alle beim Lawinenunglück verletzten Personen wieder aus den Spitälern entlassen werden. Zudem konnte das vierte Todesopfer identifiziert werden. Es handelt sich dabei um einen 48-jährigen Schweizer, der als freiwilliger Retter nach dem ersten Lawinenniedergang im Einsatz gestanden war. Er gehörte der Skitourengruppe des Skiklubs Rubigen an.
Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland