Berner KMU

KMU-Herbst-Delegiertenversammlung

Nein zur Volksinitiative «Bern erneuerbar» und Nein zum Gegenvorschlag des Grossen Rats. Diese Parolen stellte Präsident Toni Lenz in seiner Rede vor den Delegierten von Berner KMU am Mittwochabend, 24. Oktober 2012 in St. Stephan in den Mittelpunkt. Der Unternehmer und SCL-Präsident Peter Jakob hielt das Gastreferat unter dem Titel «eine Region hilft sich selbst».

Der Name Peter Jakob ist derzeit zumindest im Emmental in aller Munde. Als Inhaber der na-tional wie international tätigen Jakob AG, Rope Systems, Trubschachen sowie als Verwal-tungsratspräsident der SCL Tigers kann Peter Jakob Erfolge verbuchen. Einerseits hat er als Präsident die SCL Tigers aus der Krise geführt und sich gleichzeitig für die Sanierung der Ilfis-halle engagiert, wo die Tigers seit letztem Samstag wieder ihre Heimspiele bestreiten können. Anderseits hat die Jakob AG für 16,8 Millionen Franken die Ilfishalle mit einem dreistöckigen Eventbau für verschiedene Restaurants sowie mit einer Einstellhalle ergänzt. Die Rettung der Tigers und die Sanierung der Ilfishalle gilt im Emmental als Paradebeispiel dafür, wie sich eine Region ohne Unterstützung seitens des Kantons selbst helfen kann.

Toni Lenz erinnerte daran, dass die Gewerbekammer, das Parlament von Berner KMU, vor zwei Wochen klare energiepolitische Parolen gefasst hat: Die am 3. März 2013 zur Abstim-mung gelangende Volksinitiative «Bern erneuerbar» wird einstimmig und der Gegenvorschlag des Grossen Rats wird mit 53 zu 2 Stimmen zur Ablehnung empfohlen. Toni Lenz nahm den Grossen Rat ins Visier: «Während in den meisten Fällen ein Gegenvorschlag eine echte Alter-native ist, kann im vorliegenden Fall bei weitem nicht von einer solchen gesprochen werden». Initiative und Gegenvorschlag würden sich bloss bezüglich des Zeitplans unterscheiden. Beide Vorlagen verlangten einen Alleingang des Kantons Bern, indem in rund 30 Jahren nur noch erneuerbare Energie eingesetzt werden dürfe. Dieses Ansinnen sei illusorisch und gehöre «ins Reich der Phantasien».

Der Präsident forderte Regierung und Parlament im weiteren dazu auf, die staatlichen Pensi-onskassen ins Beitragsprimat zu überführen und die Sanierung der Kassen unter dem Gebot der Opfersymmetrie vorzunehmen. Dazu gehöre auch eine Angleichung der Rentenalter an die Bestimmungen der AHV-Gesetzgebung.

Begrüsst wird das Ansinnen der Regierung, die Überzeitregelung des Staatspersonals zu hin-terfragen. Als «schwer nachvollziehbar» bezeichnet Toni Lenz aber die Absicht, zusätzliche zwei Ferientage zu gewähren. Denn: «Die Mitarbeitenden des Kantons sind bereits heute privilegiert und beziehen in allen Alterskategorien pro Jahr zwei Tage mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen im Kanton Zürich».

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Erstellt:
25.10.2012, 09:08 Uhr
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