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Spezielle Methode zur Verlegung einer Wasserleitung

Um eine defekte Hauptwasserleitung unter der Simme zu reparieren, wurde eine modernste Bohrtechnik eingesetzt.Die Bohranlage erlaubt eine mit Computer gesteuerte, schlangenartige Bohrung mit an-schliessender Leitungsverlegung unter Kanalisationleitung, Simmeweg, BLS-Eisenbahnlinie, grosse Simme und der Zufahrt zum kant. Werkhof auf einer Distanz von über 60Metern Länge.

Die verschiedenen Bohrköpfe

Die verschiedenen Bohrköpfe

Nachdem im vergangenen Winter die verfügbare Trinkwassermenge – trotz verschiedener Reparaturen an den Wasserleitungen – drastisch gesunken ist, wurde nach der Schneeschmelze die Suche nach einem grösseren Leck intensiviert und an einer leider sehr ungünstigen Stelle geortet: Gefunden wurde ein Schaden an der Leitung Bühlmatte–Mannried im Bereich der Simmequerung.

Leitungen unter Fliessgewässern können erfahrungsgemäss nur bei niedrigem Wasserstand in einem offenen Graben verlegt werden. Dies hätte eine Verzögerung der Reparatur bis in den nächsten Winter hinein bedeutet. Im Sinn einer optimalen Versorgungssicherheit wurde für eine rasche Reparatur nach einer Alternative gesucht. Dies vor allem, da im besagten Bereich verschiedene andere Leitungen und das Bahntrassee als zusätzliche Hindernisse liegen. Was tun?

Die Lösung bietet die Firma Schenk AG aus dem thurgauischen Heldswil an mit ihrer Methode, eine Leitung mittels Bohrung grabenlos zu verlegen: Der gewünschte Leitungsverlauf wird geplant und von einer Startgrube her mit einer Pilotbohrung erkundet. Der Bohrkopf kann dabei nach allen vier Seiten bewegt und gesteuert werden soweit das Bohrgestänge dies erlaubt. Beim Bohren wird eine spezielle Flüssigkeit zum Bohrkopf gepumpt die den Kanal stabilisiert und abdichtet. Die Arbeiten werden dabei auf einem Monitor verfolgt und gesteuert. Anschliessend wird der Bohrkopf durch einen speziellen Aufweitkopf ersetzt und der Kanal aufgeweitet. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis der Kanal den gewünschten Durchmesser aufweist.

Am 19. August wurden die Arbeiten aufgenommen. Innert einer Woche war der Kanal bereit und am vergangenen Dienstag wurden von der Zielgrube her die Gussrohre Stück um Stück eingelegt und verbunden. Da die Rohre lediglich fünf Meter lang sind, kann an den Verbindungsstellen die Richtung angepasst und die Leitung leicht schlangenförmig verlegt werden. So kommt die Leitung in einem weiten Bogen unter Simme und Bahn zu liegen und wird mit der bestehenden Hauptleitung verbunden.

Diese Lösung hat sich bewährt. Da glücklicherweise keine groben Felsblöcke und sonstigen Hindernisse den Weg behindert haben, sind die Arbeiten rasch fortgeschritten. Dank einer optimalen Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmer kann die Trinkwasserleitung Mannried–Heimersmaad in den nächsten Tagen nach einem viermonatigen Unterbruch wieder zum Ring geschlossen werden. e.r.

Die Bohranlage in Betrieb

Die verschiedenen Bohrköpfe

Die verschiedenen Bohrköpfe

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Erstellt:
28.08.2008, 12:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 05sec
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