Die AVAG senkt ihre Preise um weitere zehn Prozent
Die von der AG für Abfallverwertung AG (AVAG) mit Sitz in Thun angelieferte Abfallmenge erreichte im Jahr 2010 mit 275562 Tonnen (+13,6% gegenüber dem Vorjahr) einen neuen Rekordstand. Die Einnahmen aus der Bewirtschaftung des Entsorgungsgutes betrugen mehr als 48 Millionen Franken. Dank dem ausgezeichneten Geschäftsergebnis (mit einem Jahresgewinn von 1,341 Mio.) kann die AVAG per 1. November 2011 den Annahmepreis pro Tonne von 210 auf 190 Franken senken. Nach elf Jahren trat Verwaltungsrats-Präsident und Ex-Thun-Stapi Hans-Ueli von Allmen als Präsident der AVAG zurück.
Die AVAG-Deponie «Türliacher» in Uttigen (im Hintergrund) ist vollständig rekultiviert, bedarf aber der jahrelangen Nachsorge.
«Wir haben eine hohe ethische Kultur. Eine Tonne Abfall kostet gleichviel, ob sie nun von Lauenen, aus dem Eriz oder direkt von Thun angeliefert wird.» erläuterte der scheidende AVAG Präsident anlässlich der Generalversammlung im Lötschberg-Zentrum in Spiez.
Ein Unternehmen in Bestform
Er durfte seinem Nachfolger, Dr. Beat Brechbühl, Bern eine AVAG in Bestform übergeben: «Die AVAG ist nicht zuletzt, dank ihrer Nähe zu den rund 150 beteiligten Gemeinden tief verwurzelt und geschätzt.
Sie ist strategisch auf Kurs, operativ bestens organisiert, arbeitet ökologisch vorbildlich und unterschreitet die gesetzlichen Auflagen und vorgegebenen Grenzwerte mit sicherer Regelmässigkeit».
Entsorgung – Recycling – Energie
Die Deponie Türliacher in Uttigen ist vollständig, diejenige im Steinigand bei Wimmis zur Hälfte rekultivert. Die AVAG hat sich vom einstigen Entsorgungs-, Deponie- und Exportunternhemen in Sachen Abfall zu einem eigentlichen Recyling-Bewirtschaftungsunternehmen gewandelt. Die Verbrennnung des angelieferten in der Kehrichtverbrennungsanlage Thun deckt heute ein Drittel des Energieverbrauches der Stadt Thun und in Spiez steht die Biogas- und Heizanlage, in welcher Grüngut und Restholz in Strom und Wärme umgewandelt wird, kurz vor der Eröffnung. «Unser Kernbereich ist die Abfallbewirtschaftung. Wir sind aber weiterhin offen für Gesamtlösungen und zweckmässige Kooperationen mit regionalen Partnern», bekannte Geschäftsleiter Heiner Straubhaar gegenüber den Aktionären und Gemeinde-Delegierten.
Simmental: alles in Ordnung
«Im Simmental läuft alles rund. Im Moment diskutieren wir mit den zuständigen lokalen Stellen die Öffnungszeiten der SORSAG-Annahmestelle in Saanen», war von Heiner Straubhaar zu vernehmen. Die AVAG ist an der Saanenländer Sortiergesellschaft mit 10,4% (20 000 Franken) am Aktienkapital beteiligt. Der scheidende Präsident betonte in diesem Zusammenhang nochmals die eingangs erwähnte solidarische Preispolitik mit dem Oberland und scherzte: «Wir wären glücklich, wenn die Thuner Bevölkerung umgekehrt auf die gleiche Solidarität z. B. bei den Bergbahntarifen, zählen könnte». Ernst Hodel