Basiskurs der Feuerwehren Obersimmental und Saanenland
Feuerwehrmänner erlernen die solide Grundausbildung
Während drei Tagen wurden 32 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau von Instruktoren im Umgang mit Feuer und der Personenrettung geschult. Die angehenden Feuerwehrleute lernten sowohl in der Theorie als auch in der Praxis die Gefahren und die Möglichkeiten der Brandbekämpfung kennen.
Feuerwehrbasiskurs der GVB
Der Basiskurs für angehende Feuerwehrleute aus dem Inspektionskreis Obersimmental/Saanen wurde von der Gebäudeversicherung Bern (GVB) organisiert und fand dieses Jahr wieder in Zweisimmen statt. Von Montag bis Mittwoch erlernten 33 Teilnehmer, überwiegend aus der Region Simmental-Saanenland, das Grundwissen. Kommandant Major Otto Tritten aus Lauenen freute sich, dass auch Teilnehmer von weit her nach Zweisimmen gefunden haben: So ist ein Feuerwehrsoldat Mitglied der Betriebsfeuerwehr des Kernkraftwerks Mühleberg, die einzige Frau in diesem Kurs kommt aus Köniz und einen Feuerwehrmann aus der Alpenfeuerwehr des Jungfraujochs durfte Tritten auch begrüssen.
Grundkenntnisse im Dorf erlernt
Am Montag übten die angehenden Feuerwehrleute im Dorf Zweisimmen den Umgang mit Schläuchen, Leitern und Seilen. Die Instruktoren aus dem ganzen Berner Oberland zeigten den Rekruten das Material und wie man damit umgeht. Neben dem Grundwissen, wie zum Beispiel eine Wasserleitung korrekt verlegt wird, ist auch die Brandverhütung ein wichtiges Thema. In der Wagnerei Hiltbrand versuchten die angehenden Brandbekämpfer sich in der Brandverhütung. Sie mussten herausfinden, durch welche Massnahmen die Sicherheit im Raum erhöht und die Brandgefahr gemindert werden können. Dazu wurden einige gefährliche Gegebenheiten inszeniert. Auch die Möglichkeiten bei einem Unfall mit Chemikalien wurden den Teilnehmern aufgezeigt. Beim Thema Personenrettung galt es eine Leiter korrekt aufzustellen und eine Person aus grosser Höhe sicher zu bergen.
Der Umgang mit dem Feuer
Der zweite Tag begann mit einem Theorieblock. Kurskommandant Otto Tritten erklärte die Grundsätze der Feuerwehr und wie mit dem Feuer umzugehen ist. Anschliessend wurde im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) im Müliport an sechs verschiedenen Posten geübt. Die Themen waren Selbstrettung/Seildienst, Motorspritze, Kleinlöschgeräte, Unfall/lebensrettende Sofortmassnahmen, 3-facher Brandschutz und der Einsatz am Feuer.
Den Feuerwehrrekruten wurden dieses Jahr auch erstmals eine Wärmebildkamera, ein Überdruckbelüfter und ein Rauchvorhang gezeigt. Diese Geräte hat die GVB als Mindestanforderungen für jede Feuerwehr im Kanton Bern seit Anfang dieses Jahres definiert. Die Anschaffungen haben alle Feuerwehren im Obersimmental und Saanenland umgesetzt und so die Sicherheit der Feuerwehrmänner verbessert. Der genaue Umgang mit den neuen Geräten ist nicht Teil des Grundkurses, sondern wurde den Offizieren im Rahmen ihrer Weiterbildungskurse vermittelt. Es ist an ihnen, diese Kenntnisse weiterzugeben.
Neu ist auch ein spezielles Schlauchpaket. Dieser speziell gerollte Schlauch wird vom Rohrführer mitgenommen und kann in der Nähe des Brandherdes deponiert werden. So hat er eine Schlauchreserve von zwanzig Metern direkt vor Ort und korrekt gerollt zu Verfügung.
Abschlussübung im Dorf
Am Mittwochnachmittag durften die Feuerwehrmänner das Gelernte im Verband umsetzen und zeigen, wie hoch der Ausbildungsstand ist: Aus einem «brennenden» Haus mitten im Dorf mussten die Bewohner gerettet und der Brand gelöscht werden. Hier galt vor allem die Grundsätze «eigene Sicherheit geht vor» und «der massvolle Einsatz der Mittel» umzusetzen. Die Instruktoren waren mit den Kursteilnehmern sehr zufrieden und freuten sich, dass die Feuerwehren auch weiterhin auf junge Leute zählen dürfen. Der Kurs-Stab dankt der Bevölkerung für das aufgebrachte Verständnis und die Unterstützung.
Man hat nie ausgelernt oder der Werdegang eines Feuerwehrmanns
Für den Kurskommandanten Major Otto Tritten ist der Basiskurs für die Feuerwehrleute «wie eine bestandene Fahrprüfung». Diese Basis kann auch in Jugend-Feuerwehr-Kursen erlernt werden. Danach gilt es, das Wissen in weiteren Übungen zu vertiefen, damit es im Ernstfall ohne Probleme umgesetzt werden kann. Nach etwa einem Jahr kann der Feuerwehrsoldat entweder einen Fachdienst-Kurs Motorspritze/Tanklöschfahrzeug (MS/TLF) oder Atemschutz besuchen. Diese Kurse dauern wieder drei Tage. Der nächste Schritt in der «Karriereleiter» ist der Gruppenführerkurs, der eine Woche dauert. Danach stehen zwei Möglichkeiten offen: Entweder der einwöchige Kader-Kurs für den Fachdienst oder der ebenfalls einwöchige Einsatzleiter-Kurs (EL1). Nach dem Kader-Kurs ist man dann entweder Leiter der Motorspritze und des Tanklöschfahrzeugs oder Atemschutzverantwortlicher. Nach dem Einsatzleiter-Kurs 1 folgen die Kurse EL2. Danach kann man entweder Feuerwehrkommandant werden oder den Weg zum Instruktor bei der GVB einschlagen. Damit ist man berechtigt, die nächste Generation der Feuerwehrleute im Basis-Kurs auszubilden. Fabian Kopp
Die Oberländer Wehren dürfen sich über neue Feuerwehrmänner freuen: St. Stephan 7, Boltigen 3, Zweisimmen 3 , Erlenbach 1, Lauenen 6 und Saanen 5.
Feuerwehrbasiskurs der GVB
Rettung aus dem 3. Boden.
Die Oberländer Wehren dürfen sich über neue Feuerwehrmänner freuen: St. Stephan 7, Boltigen 3, Zweisimmen 3 , Erlenbach 1, Lauenen 6 und Saanen 5.
Überregionale Grundausbildung Seite 2