Bergbahnen Destination Gstaad AG
Gemeindevertretern werden Massnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit aufgezeigt
Eine Bestandsaufnahme zur bevorstehenden Halbzeit des Investitionskonzepts «Konzentration», die aktuellen Herausforderungen, die finanzielle Situation der Bergbahnen Destination Gstaad AG und Massnahmen zur strukturellen Verbesserung des Unternehmens standen im Mittelpunkt des 9. Runden Tischs, zu dem sich Vertreter aus allen beteiligten Gemeinden und der BDG AG am Mittwoch getroffen haben.
Verwaltungsratspräsident Richard Kummrow gab den Anwesenden einen Überblick über die aktuellen Herausforderungen. BDG-Direktor Armon Cantieni orientierte in seinem Rückblick über die Entwicklung der ersten vier Jahre im Konzept «Konzentration». Er erläuterte die relevanten Abweichungen im Investitionsprogramm und informierte zu den betriebswirtschaftlichen Abweichungen, darunter auch zu den nicht erreichten wirtschaftlichen Zielen der BDG AG (EBITDA und Cashflow). Auf Grund der Abweichungen und der veränderten Ausgangslage schlägt die BDG AG vor, das Konzept «Konzentration» zur Halbzeit zu überprüfen, die nötigen Anpassungen vorzunehmen, für eine bessere Wirtschaftlichkeit die Restrukturierung zu beschleunigen, und ein weiteres Kostensenkungsprogramm aufzulegen.
Zusätzlich gehe es darum, zur Steigerung der Attraktivität mit Innovationen zu glänzen.
Zu diesem Zweck wird die BDG AG den Gemeinden bis spätestens im Frühjahr 2013 verschiedene angepasste Szenarien bis zum Ende des Konzepts Konzentration im Jahre 2018 vorlegen. Dabei sollen die vereinbarten finanziellen Rahmenbedingungen mit den Gemeinden beibehalten werden.
Neu-Erschliessung mit Leuchtturm-Charakter
Leuchtturm-Charakter komme hier der Neu-Erschliessung des Teilgebiets Saanenmöser-Hornberg, der «Cashcow» der BDG AG, zu. Dies ist das wichtigste BDG-Projekt innerhalb des Konzepts «Konzentration». «Die ideale Erschliessungsvariante hinsichtlich Kosten-Nutzen-Betrachtung existiert derzeit noch nicht», sagte Richard Kummrow. Ziel sei ein gäste- und kostenoptimierter Ansatz. Als nächstes stehen Gespräche mit den Landeigentümern an.
Betriebskosten bereits reduziert
«Die Bankengespräche haben klar gezeigt, dass die BDG AG das Projekt Konzentration im Hinblick auf die Bereinigung der Anlagenstruktur schneller als vorgesehen umsetzen muss. Ziel ist eine wesentliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der BDG AG», fasste der Direktor die Ausgangslage zusammen. Die BDG AG hat in den vergangenen beiden Jahren die Betriebskosten reduziert. Weitere Massnahmen und strukturelle Anpassungen sind nötig, um die Kosten weiter zu senken. Die EBITDA- und Cashflow-Werte der BDG AG liegen nach wie vor unter der Benchmark der Seilbahn-Branche in der Schweiz und hinter den Werten gemäss Konzept «Konzentration» zurück.
Gemeinden prüfen die Vorschläge
Die Anpassungen der Betriebszeiten, um Kosten zu sparen, hatte der Verwaltungsrat der BDG AG bereits im Juli abgesegnet. Weitere Sparmassnahmen sind notwendig, um den Fortbestand der Unternehmung zu sichern. Auf Grund dieser Argumente hat die BDG AG zur Optimierung der Betriebskosten weitere Massnahmen vorgeschlagen, die nun von den Gemeinden geprüft werden.