Volkswirtschaft Berner Oberland

Gemeindeworkshop zum Thema Zweitwohnungsbau

40 Gemeindevertreter haben sich am dritten Gemeindeworkshop der Volkswirtschaft Berner Oberland ausgetauscht. Die «Herausforderung Zweitwohnungsbau» wurde behandelt. Mit Blick über die Kantonsgrenze hinaus nach Nidwalden konnte Regierungsrat Res Schmid aufzeigen, was es zum «erfolgreichen Wirtschaften im ländlichen Raum» braucht.

Res Schmid, Regierungsrat Nidwalden; Emanuel Schläppi, Gemeindepräsident Grindelwald; Christoph Miesch, Amtsvorsteher AGR; Peter Wälchli, Präsident Wirtschaftskommission Volkswirtschaft Berner Oberland.

Res Schmid, Regierungsrat Nidwalden; Emanuel Schläppi, Gemeindepräsident Grindelwald; Christoph Miesch, Amtsvorsteher AGR; Peter Wälchli, Präsident Wirtschaftskommission Volkswirtschaft Berner Oberland.

Der Gemeindeworkshop der Volkswirtschaft Berner Oberland hat dieses Jahr zum dritten Mal stattgefunden. Jährlich werden aktuelle Themen aufbereitet und gemeinsam besprochen.

Herausforderung Zweitwohnungsbau – aus Sicht Kanton

Christoph Miesch, Amtsvorsteher Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) zeigte die Herausforderungen für Gemeinden und das Berner Oberland beim Zweitwohnungsbau auf. Im Berner Oberland ist fast jede dritte Wohnung eine Zweitwohnung. Die durchschnittliche Nutzung beläuft sich auf 7–8 Wochen pro Jahr. Der Regierungsrat des Kantons Bern hat Richtplan-Anpassungen verabschiedet, die im August 2011 in Kraft treten. Im Richtplan werden qualitative Zielsetzungen für eine ausgewogene Entwicklung von Erst- und Zweitwohnungen verankert. Zudem werden die Gemeinden bezeichnet, welche Massnahmen ergreifen müssen. Der Kanton unterstützt die Realisierung von bewirtschafteten Betten und begrenzt die Zunahme von nicht bewirtschafteten Zweitwohnungen.

Zweitwohnungsbau – Lösungsansätze aus

der Sicht der Gemeinde

Grindelwald

Emanuel Schläppi, Gemeindepräsident Grindelwald, legte seine Erfahrungen dar. Vor nicht allzu langer Zeit durften Zweitwohnungen überall erbaut werden, wo das Land zur Verfügung stand, die Finanzierung sichergestellt war und die Bewilligung erteilt wurde. Die ungebremste Nachfrage nach Zweithäusern und Zweitwohnungen hat den Preis in die Höhe getrieben, so dass Einheimische nicht mithalten konnten.

Der Kanton schaffte daraufhin das Mittel der Planung von Erstwohnungen (EWAP). Orte mit Zweitwohnungen tragen die Verantwortung für die Einwohner, aber auch für die Gäste, die Zweitwohnungsbesitzer, die Hotel- und Ferienwohnungsgäste. In Grindelwald stellen diese das Vierfache der Einwohnerzahl.

Schläppi erwartet vom Kanton, dass die Gemeinden unterstützt werden, derart komplexe und vielfältige Arbeitsgebiete dürfen die bestehenden Verwaltungssysteme nicht überfordern.

Erfolgreich wirtschaften im Ländlichen Raum am Beispiel Nidwalden

Für einen Blick über die Kantonsgrenze wurde Res Schmid, Regierungsrat Kanton Nidwalden eingeladen. Der Kanton Nidwalden zählt rund 40 000 Einwohner in total 11 Gemeinden. Das Berner Oberland zählt 200 000 Einwohner auf 84 Gemeinden. Nidwalden gilt als attraktiver Standort und weist zahlreiche namhafte Firmen, insbesondere im Bereich Hightech und Aviatik auf. Ziele des Kantons Nidwalden sind einerseits die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze durch den Aviatik-Cluster, die Erhöhung der Wertschöpfung aus den natürlichen Ressourcen der Region und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der KMU’s. Finanzpolitisch verfolgt der Kanton die Formel des magischen Dreiecks mit den Elementen tiefe Steuern, begrenzte Verschuldung und die Bereitstellung von Staatsleistungen. Susanne Huber

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Erstellt:
20.07.2011, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 09sec
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