100 Jahre Inforama Berner Oberland, Hondrich
Inforama Berner Oberland – wo Zukunft wächst
Seit 100 Jahren gibt es das Inforama Berner Oberland Hondrich. Zu diesem Anlass wurde am Wochenende eine Podiumsdiskussion geführt, ein Theater aufgeführt und ganz viele Angeboten bereitgehalten.
Inforama Berner Oberland – wo Zukunft wächst
«Wenn wir die Welt vor hundert Jahren
mit der Welt von heute vergleichen, dann hat sich nicht nur in der Landwirtschaft viel verändert, sondern auch in der Gesellschaft, in der Familie, in der Technik – und all dies hatte immer auch Auswirkungen auf die Bildung», war von Markus Wildisen, Direktor Inforama, bei seiner Festansprache zu hören. Bäuerin Eva Schäfer rückte das Bild des Landwirtes ins richtige Licht und zeigte ihre Liebe zur Landwirtschaft. Sie besuchte die bäuerlich-hauswirtschaftliche Fachschule. «Und ich kann Euch sagen: Das ist eine meiner besten Entscheidungen gewesen. Ich bin hin und weg gewesen. Mir ist eine neue Welt aufgegangen: Alles tolle Frauen, zusammen auf doch relativ engem Raum, mit den gleichen Visionen, tollen Lehrerinnen und Lehrern», so Eva Schäfer. Einen Rückblick machte Christian Hofer, Leiter Amt für Landwirtschaft und Natur: «Das Futter für die Kühe konnte nicht einfach zugekauft werden, daher wurden auch steile Matten und kleine Flächen beweidet. Die Milch musste über lange Strecken zu Fuss oder mit einem Lasttier transportiert werden. Dafür haben die Bewohner diese Landschaft bearbeitet: Mit mühevoller Arbeit wurden Trockenmauern aufgeschichtet, Wege in den Felsen gehauen und abgelegene Lichtungen beweidet und somit offengehalten. Diese aus der Not entstandenen Arbeiten prägen das Landschaftsbild des Berner Oberlands bis heute.» Grossratspräsident Jürg Iseli unterstrich die Wichtigkeit der Leistungsträger, die täglich Topprodukte wie zum Beispiel Berner Alp- und Hobelkäse AOP produzieren. Danach ging es zum Festspiel «Bärgbureläbe», das von Hans von Bergen zum 75-jährigen Jubiläum geschrieben wurde. Im Einsatz standen dafür 16 Protagonisten.
«Bärgbureläbe»
Es war ein hartes Los, das Bergbauern 1920 hatten. Und wenn wir ehrlich sind, haben es die Älpler und Sennen heute noch immer schwer. Doch zurück zum Stück. In drei Bildern zeigte man den Start der ersten Bergbauernschule in Brienz. Das erste Bild spielte im Frühling 1920. Die bevorstehende Alpauffahrt war das Thema. An diesem Tag wurde Franz getauft. Xander geht ins Seeland. Man bekommt unfreiwillig auf dem Lande die Kriegsjahre mit. Was zur Folge hatte, die Männer fehlten auf dem bäuerlichen Betrieb. Im zweiten Bild, welches in den Kriegsjahren spielt, hat es Franz geschafft, Urlaub vom Aktivdienst zu erhalten. Er bringt Xander ins Dorf zurück. Im dritten Bild wurde Franz nach seinem ersten Sessionstag als Grossrat erwartet. Die Mechanisierung ist ein wichtiges Thema. Als Zuschauer bekam man einen Einblick in das harte und entbehrungsreiche Leben der Bauern. Wo die jungen Leute mit einer fundierten Ausbildung auf den elterlichen Hof kamen, wo der Vater der Neuzeit gegenüber noch nicht so aufgeschlossen war.
«Wir hatten eine tolle Stimmung und es hat sich niemand gelangweilt. Schön war es, so schöne und positive Worte zum Inforama zur hören», erklärte Ueli Abplanalp, Präsident Ehemalige Brienz/Hondrich, Meisterlandwirt und Grossrat. Dass Abplanalp vor und während des Anlasses dafür sorgte, dass alles reibungslos ablief, ist für den Brienzwiler nicht wichtig. «Alle Helfer auf und neben der Bühne haben Grossartiges geleistet», so Abplanalp.