Ordentliche Versammlung der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Gstaad
Vor der Errichtung eines Berner Oberländer Kirchgemeindeverbandes
Für die Renovation und Erweiterung der Kirche St. Josef in Gstaad war ein Kredit von 3,8 Millionen Franken gesprochen worden, die Bauabrechnung liegt nun 380000 Franken unter diesem Betrag. Das Bistum Basel will mit dem so genannten pastoralen Entwicklungsplan die pastorale Entwicklung steuern. Das Berner Oberland mit den Kirchgemeinden Thun, Spiez, Interlaken, Meiringen, Frutigen und Gstaad wird einen dieser Pastoralräume bilden.
Die Kirchgemeindebürger und -bürgerinnen konnten an der ordentlichen Kirchgemeindeversammlung vom 4. Juli durchwegs erfreuliche Berichte zur Kenntnis nehmen. Die Rechnungsablage 2011 zeigt ein positives Ergebnis. Einerseits fielen die Steuereinnahmen höher als erwartet aus, andererseits lagen die Ausgaben tiefer als budgetiert. So resultiert bei Einnahmen und Ausgaben von ungefähr 1,5 Millionen Franken ein kleiner Ertragsüberschuss von 558 Franken.
Abschluss unterhalb des Budgets
Innerhalb des Kredites konnten sogar bedeutende Mehrkosten verkraftet werden. So wurde völlig unerwartet die ursprüngliche Bemalung der Kirche entdeckt. Diese wurde freigelegt und restauriert, was zu unvorhergesehenen Kosten führte. Weiter wurde das Pfarramtssekretariat im Verlauf der übrigen Bauarbeiten weitgehend umgebaut, was ursprünglich nicht vorgesehen war. Die Kostenunterschreitung war möglich dank der sorgfältigen Planung und Berechnung des Architekten und weil etliche Arbeiten günstiger als budgetiert vergeben werden konnten. Die Kirche St. Josef empfängt die Besucher mit einem gefälligen, angenehmen Kirchenraum und wirkt als Ort der Kraft, der gerne besucht wird. Die neu erstellten Räumlichkeiten und baulichen Änderungen dienen den heutigen Ansprüchen der Pfarrei und haben ihre Nützlichkeit unter Beweis gestellt.
Keine Pfarrwahlen mehr
Das Organisationsreglement der Kirchgemeinde besteht erst seit elf Jahren. Aber in dieser Zeit haben etliche, die Kirchenorganisation betreffende, Gesetze und Verordnungen geändert, so dass das Organisationsreglement angepasst werden musste. Die wichtigste Änderung betrifft die Anstellung von Pfarrern und Gemeindeleitern. Neu findet keine Wahl mehr statt, sondern die Kirchgemeindeversammlung stimmt über den öffentlich-rechtlichen Anstellungsvertrag für vom Kirchgemeinderat vorgeschlagenen Pfarrer oder Gemeindeleiter ab.
Zweisimmen: Liegenschaft an der Lerchgasse erworben
In Zweisimmen hat die Kirchgemeinde (mit Beschluss an der Kirchgemeindeversammlung vom 23. November 2011), die Liegenschaft Lerchgasse 9 neben der Franziskuskirche erworben um zu verhindern, dass das Kirchengebäude von einer möglichen Überbauung verdeckt wird. In Zusammenarbeit mit den Baubehörden der Gemeinde und dem kantonalen Denkmalschutz wird ein Projekt ausgearbeitet. Es sollen Wohnungen erhalten bleiben und Räumlichkeiten für die Kirchgemeinde geschaffen werden.
Strukturelle Änderungen im Bistum
Pfarrer Thomas Müller orientierte über die vorgesehenen strukturellen Änderungen im Bistum Basel. Das Umfeld hat sich für alle Kirchengemeindschaften in verschiedener Hinsicht geändert. Das Bistum Basel will mit dem so genannten pastoralen Entwicklungsplan die pastorale Entwicklung steuern, um den gesellschaftlichen Umbrüchen, den gewandelten Ansprüchen und Gewohnheiten der Gläubigen und auch den sich ändernden personellen Ressourcen gerecht zu werden. Deshalb werden Pastoralräume geschaffen.
Ein Pastoralraum Berner Oberland
Ein Pastoralraum umfasst mehrere Kirchgemeinden, welche ähnliche Voraussetzungen besitzen und eine vergleichbare Entwicklung durchlaufen. Gezielt werden Arbeiten unter den Kirchgemeinden sinnvoll koordiniert und gemeinsame Angebote geschaffen. Im Kanton Bern werden neun Pastoralräume geschaffen. Das Berner Oberland mit den Kirchgemeinden Thun, Spiez, Interlaken, Meiringen, Frutigen und Gstaad wird einen dieser Pastoralräume bilden. Um die engere Zusammenarbeit verbindlich zu regeln, wird ein Kirchgemeindeverband geschaffen. Am Samstag, 24. August 2013, wird der Pastoralraum Oberland an einer Feier in Thun im Beisein von Bischof Felix Gmür offiziell errichtet werden. Toni Siegrist