Generalversammlung in Zweisimmen – Erstmals seit 2006 positives Bilanzergebnis
Weiterhin auf Kurs
Das straffe Kostenmanagement, das sich die Bergbahnen Destination Gstaad AG auferlegt hat, zeigt Wirkung. Erstmals seit dem Geschäftsjahr 2005/06 weist die Bilanz einen – wenn auch kleinen – Überschuss aus. Diese Entwicklung ist besonders erfreulich angesichts der ungünstigen Rahmenbedingungen des zurückliegenden Geschäftsjahrs 2010/11. Dies erläuterte Verwaltungsratspräsident Richard Kummrow anlässlich der Generalversammlung am Samstag, 10. September, in Zweisimmen.
«Wir mussten den wohl schneeärmsten Winter seit über 50 Jahren bewältigen», richtete Richard Kummrow die Aufmerksamkeit auf eine der grossen Herausforderungen des vergangenen Jahres. Gleichzeitig trübte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung das Bild: «Zu häufig wird die Welt von Sonderereignissen eingeholt, welche sich in einer allgemeinen Konsum-Verunsicherung und in unserem konkreten Fall in einer beängstigenden Wechselkursentwicklung niederschlagen», verdeutlichte Richard Kummrow. Dennoch konnten zwei bedeutende Neubau-Projekte realisiert werden: die Gondelbahn Rougemont–La Videmanette und die Sesselbahn Chalberhöni–Vorderes Eggli.
Mehr gebaut als ursprünglich geplant
Direktor Armon Cantieni stellte den Anwesenden vor, was in den drei Jahren seit Beginn des Investitionsprojekts «Konzentration» bereits bewegt wurde. Seit 2008 summieren sich die Ausgaben für Ausbau und Ersatz veralteter Anlagen sowie laufender Qualitäts- und Angebotsverbesserung auf 73,6 Mio. Franken. «Wir haben somit 16,3 Mio. Franken mehr investiert als ursprünglich vorgesehen», sagte er mit Blick auf den auf 2010 vorgezogenen Neubau der Gondelbahn Rougemont-La Videmanette. Rund 60 Prozent der Hauptpisten sind inzwischen technisch beschneit.
«Ohne die Mithilfe der Banken, der Leasinggesellschaften, der Standortgemeinden sowie der Kantone Bern und Waadt wäre die Finanzierung all dessen nicht möglich», unterstrich Armon Cantieni die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.
BDG ist weiterhin auf Kurs
Folge der erhöhten Investitionen ist ein wachsender Amortisationsbedarf. Zum Abbau der Verbindlichkeiten musste das Unternehmen im vergangenen Jahr 8,3 Mio. Franken aufbringen. Dies belastete die Liquidität. Ein konsequentes Sparprogramm, Neuverhandlungen von Kredit- und Zahlungsbedingungen, ein weitgehender Investitionsstopp für 2011, die Senkung der Personalkosten sowie eine Optimierung der Bahnbetriebszeiten zeigen inzwischen Wirkung. Andererseits sorgten Marketingkampagnen vor allem in der West-Schweiz und ein neuer TV-Spot für einen höheren Bekanntheitsgrad der Gstaader Schneekompetenz. «Der Liquiditätsengpass war kein strukturelles Phänomen. Die BDG ist weiterhin auf Kurs», betonte Armon Cantieni angesichts des Bilanzgewinns in Höhe von 69000 Franken.
Christian Witschi neu im Verwaltungsrat
In der Generalversammlung vollzog sich auch ein Wechsel im Verwaltungsrat: Andreas Hurni, einer der Hauptakteure der Fusion zur heutigen Bergbahnen Destination Gstaad AG, gab sein Amt ab. Die Anwesenden folgten dem Vorschlag des Verwaltungsrats und wählten Dr. Christian Witschi aus Bern in das Aufsichtsgremium. Das neue Verwaltungsratsmitglied ist seit Beginn der Fusion juristischer Berater der BDG AG, ist ortsverbunden und verfügt über profundes Kenntnisse der Bergbahnen-Branche. Kerstin Sonnekalb