4. Naturjodelkonzert mit JG Schwenden und JK Flüehblüemli Därstetten in der Bundeshauptstadt

Ein klangvolles Feuerwerk zum Nationalfeiertag im Berner Münster

Am 1. August bot sich im Münster zu Bern ein einzigartiges Erlebnis, das nur alle drei Jahre stattfindet: Unter den vielen hundert Augen der Konzertbesuchenden traten fünf ausserordentliche Formationen auf, die mit ihrem Klang und Gesang zum Nationalfeiertag dazu verhalfen, innezuhalten und ergriffen hinzuhören.

Von Luzia Wyssen

Dirigentin Barbara Wyss wurde von Moderator Peter Anken für ihr beinahe 50-jähriges Wirken als Dirigentin mit treffenden Worten der beiden von ihr geleiteten Formationen Jodlergruppe Schwenden und Jodlerklub Flüehblüemli Därstetten geehrt.

Dirigentin Barbara Wyss wurde von Moderator Peter Anken für ihr beinahe 50-jähriges Wirken als Dirigentin mit treffenden Worten der beiden von ihr geleiteten Formationen Jodlergruppe Schwenden und Jodlerklub Flüehblüemli Därstetten geehrt.

Das Berner Münster wird von einem gut 100 Meter hohen, mächtigen Kirchturm überwacht – eines der weit sichtbaren Wahrzeichen von Bern. Dieser Turm beherbergt ein berühmtes Glockenspiel – verfügt jedoch über keine Uhr. Hätte er eine solche, dann hätten am 1. August der grosse und der kleine Zeiger «gredi» Richtung Himmel gezeigt, als das Naturjodelkonzert mit den ersten hellen Tönen des «Bärgchilbi-Jutz» von Adolf Stähli durch die Mannen vom Jodlerklub Flüehblüemli Därstetten im stattlichen, bis auf den letzten Platz besetzten Kirchenraum eröffnet wurde.

Ein Ritterschlag für jede Jodelformation

Bereits zum vierten Mal wurde das lediglich alle drei Jahre stattfindende Naturjodelkonzert im Berner Münster durch den Eidgenössischen Jodlerverband und die Kirchgemeinde Münster organisiert – und durch Peter Anken moderiert – im Berner Oberland kein Unbekannter in Sachen Jodelgesang. Mit viel «Gschpüri», Hintergrundwissen und dem nötigen Schalk führte Anken durch das Programm und stellte die Formationen stimmig vor. Das Alphorntrio Emmental mit dem legendären Alphornbauer Walter Bachmann in seinen Reihen umrahmte das mittägliche Konzert mit wunderschönen Alphornmelodien.

Das Jodelchörli Mörschwil beeindruckte nebst den für die Ostschweiz so typischen Zäuerli auch mit einer ausgesprochen schönen Version des bekannten Jodelliedes «Wulche» – derweil der Jodlerklub Echo vom Glaubenberg die «Älplerzyt» von Neldi Ming sowie Innerschweizer «Juize» wunderbar wiedergab.

Eine grosse Ehre fürs Simmental war jedoch, dass gleich zwei Formationen aus unserer Region auftreten durften: nebst dem bereits genannten Jodlerklub Flüehblüemli Därstetten auch die Jodlergruppe Schwenden aus dem Diemtigtal. Der Grund für diese «Doppelbesetzung» liegt schlicht und ergreifend in der Leitung dieser beiden Formationen: Die Diemtigtalerin Barbara Wyss dirigiert beide Chöre seit Jahrzehnten und singt bei den Schwendnern auch mit. Die Därstettner hingegen sind eine reine Männerformation, weshalb sie diese lediglich leitet – und während den Auftritten im Hintergrund mitfiebert.

Das Wirken der langjährigen Dirigentin gewürdigt

Die Jodlergruppe Schwenden gab bei ihrem zweiten Auftritt die «Herbschtmelodie» von Miriam Schafroth wieder – ein Lied, das die wunderbaren klubinternen Stimmen so richtig schön zur Geltung bringt. Zum emotionalen Höhepunkt des Konzerts wurde der anschliessende gemeinsame Auftritt der beiden Simmentaler Chöre: Mit dem «Chappeli-Jutz» von Adolf Stähli – bei dem Barbara Wyss vor rund 50 Jahren als junge Dirigentin ein Praktikum absolviert hatte – schloss sich der Kreis auf wundersame Weise.

Moderator Peter Anken liess die Dirigentin mitten vor ihren beiden Klubs hinsetzen und zeigte einen «Tresor» voller CD’s – alles Werke, bei denen Barbara Wyss im Lauf der Jahrzehnte mitgewirkt hatte. In seiner berührenden Laudatio – ein würdevoller Moment - blickte Anken auf das langjährige Wirken von Barbara Wyss zurück: «Barbara hat es mehr als verdient, dass ihr über 50-jähriges Schaffen hier geehrt wird.» Im Namen beider Chöre las er einen berührenden Text vor: «Für einmal sollen nicht wir Jodler im Mittelpunkt und Rampenlicht stehen, sondern die Frau, die uns seit so langer Zeit begleitet – und dies mit unendlicher Begeisterung und Feingefühl.» Manch eine Träne der Rührung wurde ab den berührenden Worten an das «Herzstück unserer Gemeinschaft» heimlich aus dem Augenwinkel gewischt.

Moderator Peter Anken führte gut informiert und mit Schalk durch das Konzertprogramm.

Moderator Peter Anken führte gut informiert und mit Schalk durch das Konzertprogramm.

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Erstellt:
15.08.2026, 00:30 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 35sec
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