Schuljahresbeginn im Kanton Bern

Wo steht die Volksschule heute? Eine Zwischenbilanz

Die Einführung der familienfreundlichen Schule mit Blockzeiten und Tagesschulen, die Fremdsprachenvorverlegung, die Förderung der Integration und geleitete Schulen: Dies sind wesentliche Neuerungen, die an der Berner Volksschule in den letzten sechs Jahren umgesetzt wurden. Zum Schuljahresbeginn zog Erziehungsdirektor Bernhard Pulver eine Bilanz des Erreichten und informierte über die nächsten Schritte. Dies sind unter anderem die Einführung des zweijährigen Kindergartens, die Optimierung der Sekundarstufe I und eine Lösung für den Gymnasialen Unterricht im 9. Schuljahr.

Um die Volksschule familienfreundlicher zu machen, hat der Kanton Bern die Blockzeiten flächendeckend verwirklicht und das Tagesschulangebot ausgebaut. Heute führen gut 145 Gemeinden an 200 Standorten ein Tagesschulangebot. In ländlichen Gemeinden stagniert die Nachfrage nach Tagesschulplätzen.

Einführung des zweijährigen obligatorischen Kindergartens

Ab August 2013 führt der Kanton Bern im Rahmen der Harmonisierung der obligatorischen Schule den zweijährigen Kindergarten ein.

Es ist vorgesehen, dass die Eltern ihr Kind ohne grossen administrativen Aufwand auch ein Jahr später in das erste Kindergartenjahr schicken können.

«Der Regierungsrat hat seine vor der HarmoS-Abstimmung gegebenen Versprechen gehalten und eine unbürokratische Lösung realisiert», so Erziehungsdirektor Bernhard Pulver. Mit dem revidierten Volksschulgesetz (REVOS 2012) erhalten die Gemeinden zudem die Möglichkeit, freiwillig die Basisstufe beziehungsweise den Cycle élémentaire einzuführen.

Änderungen beim Übertrittsverfahren von der Primar- in die Sekundarstufe I

Das Übertrittsverfahren von der Primar- in die Sekundarstufe I soll optimiert werden. Ab Schuljahr 2013/14 findet im deutschsprachigen Kantonsteil an Stelle des Einigungsgesprächs eine Kontrollprüfung statt. Die neue Regelung gilt nur dann, wenn Schule und Eltern bei der Niveauzuweisung unterschiedlicher Auffassung sind

Optimierung der Sekundarstufe I

Den letzten drei Jahren an der obligatorischen Volksschule sind wegen der verstärkten Ausrichtung auf die berufliche Laufbahn und der Vorbereitung auf die gymnasiale Bildung besonders bedeutend. Deshalb soll das Projekt Optimierung der Sekundarstufe I in den kommenden Jahren die Bildung der Schülerinnen und Schüler mit Realschulniveau aufwerten und die Nahtstelle zur Sekundarstufe II optimieren. Einen speziellen Akzent will die Erziehungsdirektion auf der individuellen Lernförderung für Realschülerinnen und Realschüler des 7. Schuljahres und der Unterstützung der Klassenlehrkräfte der Realklassen setzen.

Gymnasialer Unterricht

Eine Lösung braucht es auch für den Gymnasialen Unterricht im 9. Schuljahr (GU9). In den nächsten Monaten wird Erziehungsdirektor Bernhard Pulver mit den Personalverbänden, den Gymnasiumsgemeinden und dem Verband Bernischer Gemeinden Hearings zum GU9 durchführen und verschiedene Varianten diskutieren. Dem Regierungsrat sollen im kommenden Winter Lösungsvorschläge unterbreitet werden.

Revision des Lehreranstellungsgesetzes

Im Frühling hat der Regierungsrat eine Vorlage in die Vernehmlassung geschickt, um die Lohnsituation der Lehrkräfte und des Kantonspersonals zu verbessern. Die Vorlage sieht wieder einen gesicherten Gehaltsaufstieg vor. Die Vorlage würde auch ein Aufholen bestehender Lohnrückstände ermöglichen.

Zum Artikel

Erstellt:
16.08.2012, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 06sec
Kommentare