Antwort auf den Leserbrief von Hansjörg Pfister
Als angesprochenes «passives» Behördenmitglied vom Obersimmental begebe ich mich nun halt auch auf das tiefe Niveau vom Leserbriefschreiben, um auf gleicher Augenhöhe und zur Information der Bevölkerung Stellung zu nehmen.
Für mich ist politische Arbeit nicht, mich in der Öffentlichkeit per Leserbrief selbst darzustellen, sondern unser Auftrag in der Direkten Demokratie ist, mit Verhandlungen und Achtung von Andersdenkenden den besten Weg zu suchen und Mehrheiten zu finden.
Als Behördenmitglieder vom Obersimmental haben wir uns in der Spitalfrage vermutlich nicht weniger eingesetzt. Dank unserem sachlichen Verhandeln in der Bergregion, ist es uns gelungen, eine Mehrheit für den Spitalstandort Zweisimmen zu bewirken. Dank der Einigung der Bergregion bin ich zuversichtlich, dass unser Spital auch nach 2014 als Akutspital betrieben wird.
Da ich nun am Schreiben bin, möchte ich noch auf einige weitere Erfolge hinweisen, die auch durch «passive Behördenmitglieder» in der Vergangenheit erreicht wurden.
Dank dem hartnäckigen Verhandeln und Argumentieren der Bergregion wird einer der gefährlichsten Bahnübergänge der Schweiz am Laubegg durch den Bau einer Brücke aufgehoben, wo unser Grossrats-Vertreter vorher resignierte.
Wenn ich an unsere MOB-Verbindung Zweisimmen-Lenk denke, so besteht diese auch nur dank Überzeugungsarbeit und dem geschlossenes Auftreten der Gemeindebehörden Lenk, Zweisimmen und St. Stephan, die unseren Grossrat umstimmen mussten, damit er hier die Anliegen der Bevölkerung vertritt, was er dann auch tat.
Ich glaube, dass auch wir Behördenmitglieder uns nach bestem Wissen und Gewissen für unsere Region einsetzen und bei Schwierigkeiten nicht gleich davon laufen. Es ist an der Zeit, zusammen zu stehen und miteinander Lösungen zu erarbeiten, denn mir ist es ein grosses Anliegen, dass unsere Region im Kanton Bern in Zukunft nicht nur als zerstrittene Region wahrgenommen wird.
Zur verfälschten Familieninitiative «Faire Steuern – für Familien» (Abschaffung der Pauschalsteuer)
Für mich ist es sehr fraglich, dass der Kanton Bern mit ihrer Behörde eine so verfälschte und irreführende Initiative zur Abstimmung bringt.
Nur so viel. Auch die UNIA bestreitet nicht, dass es Arbeitsplätze in unserer Region kostet. Was nützt der Familie der höhere Abzug, wenn auf einmal der Arbeitsplatz gefährdet ist, darum stimme ich 2×Nein und kreuze den Gegenvorschlag an. Fritz Perren, St. Stephan