Die Spital STS AG mischt sich in gemeindepolitische Angelegenheit ein!

Von Hans-Jörg Pfister

Werter CEO Bruno Guggisberg

Dein Brief an die Belegschaft des Spitals Zweisimmen bezüglich Zukunftsprojekt und deiner Info vor Ort über das Projekt der GSS AG «Vision 2030» ist eine gemeindepolitische Einmischung und Beeinflussung, was juristisch sehr fragwürdig ist!

Es ist eine reine Behördenangelegenheit, über was und wie diese informiert und die Meinung der Stimmbürger bezüglich Zukunftsprojekt «Vision 2030» und über die jährlich zu erwartenden Kosten der Defizitbeteiligung durch den Steuerzahler an die Gesundheitsversorgung Simme Saane (GSS) zu erfahren versucht. Nur so hat sie die Möglichkeit, gewisse Punkte zu klären und Anregungen aus der Bevölkerung in die «Vision 2030» aufzunehmen. Was einer gelebten Demokratie entspricht.

Die Spital STS AG hat seinerzeit von den Gemeinden einen Entscheid mit dem Verteilschlüssel Oktober 2019 gefordert. Weil die STS AG aber in den Verhandlungen über Monate an ihren übertriebenen Forderungen festgehalten hat, ist noch kein Entscheid gefallen. Es ist einfach eine Anmassung, das Personal unter Druck zu setzen, wie sich diese bei einer Gemeindeversammlung im Vorfeld zu verhalten hat.

Für mich ist klar, dass, wenn die Gemeinden die Verantwortung bezüglich Gesundheitsversorgung und Infrastruktur «Vision 2030» zuständig werden, hat das Personal die grössere Sicherheit, dass ihre Arbeitsstelle gesichert ist, als beim heutigen Arbeitgeber STS AG, der stets das Angebot abbaut, was bedeutet, dass stets weniger Personal benötigt wird. Hat der CEO das Personal über diese Problematik auch informiert?

Ich erinnere, vor gut sieben Jahren hat der Verwaltungsrat beschlossen, den Spitalbetrieb in Zweisimmen zu schliessen, dies mit einer Gegenstimme, nämlich diejenige von mir. Der Geschäftsleitung wie dem Verwaltungsrat war es damals egal, wie die Zukunft des Pflegepersonals bezüglich der Arbeitsplätze weitergeht. Heute jedoch will man das Pflegepersonal als Botschafter zugunsten der Anliegen Spital STS AG missbrauchen.

Als der Schliessungsentscheid feststand, wollte ich als Verwaltungsrat demissionieren, der damalige Gesundheitsdirektor wie auch der Regierungsratspräsident baten mich jedoch, dies nicht zu tun, sie hätten beschlossen, mir entgegenzukommen. Also wurde das Spital Zweisimmen als «versorgungsnotwendig» eingestuft. Dank dieses Entscheids haben wir das Spital heute noch. Somit mussten die Glorreichen 6 des Verwaltungsrats, welche die Schliessung entschieden haben, darunter ein Verwaltungsrat aus unserem Versorgungsgebiet, diesen wieder rückgängig machen.

Werte Bevölkerung, helfen Sie mit, dass wir dem mehr als 16-jährigen Spital-Hick-Hack mit der STS AG ein Ende setzen und das Spital wieder in unseren Besitz und unsere Region zurückholen.

Es ist sehr zu hoffen, dass sich auch die Standortgemeinde Zweisimmen dafür stark macht und der damalige Wille der Rosa Haueter, die mit ihrer Stiftung etwas für die Bevölkerung und die Region zu tun beabsichtigte, wieder zum Tragen kommt. Denn die Spital STS AG hat seit Jahren kein Interesse an einem guten Spitalbetrieb in Zweisimmen, für sie ist nur der Patient, den man nach Thun nehmen kann, um gewinnbringende chirurgische Eingriffe zu machen, lukrativ.

, Alt-Grossrat,
Zweisimmen

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Erstellt:
24.06.2021, 00:00 Uhr
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