Flugplatz St. Stephan

Die Bevölkerung der Gemeinde St. Stephan hat allzeit die Bemühungen der Landesregierung zum Schutze unseres Landes im zweiten Weltkrieg 1939 bis 1945 voll und ganz mitgetragen und unterstützt.

So hatte diese Bevölkerung alle Unannehmlichkeiten, welche die vielen Bauphasen des Flugplatzes verursachte, ohne zu reklamieren hingenommen.

Zu Beginn war es die Staubentwicklung auf der Schotterstrasse, welche bei Trockenwetter täglich 10 bis 13 Millimeter Staub auf und in die Häuser der Strasse entlang, vom Maulenberg bis Moos, trug.

Mit der Zeit wurden dann die Flugzeuge immer lauter. Beim Landen und Startmanöver war ein Telephongespräch nicht möglich.

Die Zusammenarbeit zwischen Wohnbevölkerung und Truppen war stets freundlich und entgegenkommend. Ebenso war das Verhältnis mit den verantwortlichen Dienststellen in Dübendorf freundlich und gut.

Das gesamte Land, welches für den Flugplatz benötigt wurde, wurde zu äusserst bescheidenen Preisen dem «Bund» verkauft.

Heute hat nun aber dieser Flugplatz als solcher seine Daseinsberechtigung gänzlich verloren.

Für den Tourismus dient der Flugplatz Saanen bestens. Für die Segelflieger dient der Flugplatz Zweisimmen.

Andere für die Fliegerei notwendigen Einrichtungen im Obersimmental sind nicht gefragt und unnötig.

Es ist also völlig falsch, am Flugplatz St. Stephan für die Fliegerei etwas zu tun. Ausserdem ist der Unterhalt dieser riesigen Anlage für die Fliegerei zu teuer.

Jedoch für Fabriken, Gewerbe usw. eignet sich dieser Platz vortrefflich. Im Obersimmental ist auch genügend Wohnraum vorhanden für Arbeitskräfte und auch Land für Wohnbau.

Dies wiederum würde die Landwirtschaft- und Tourismusregion wesentlich und langfristig verbessern.

Es darf nicht sein, dass irgend jemand diesen Platz von über 700 000m² vom Bund kaufen kann und dann der Gemeinde Vorschriften und Verbote gemacht werden.

Richtig wäre, Besitzerwechsel vom Bund an die Gemeinde St. Stephan zum gleichen Preis wie seinerzeit der Bund das Land erworben hat, mit einem Zahlungsziel von 30 Jahren (der Lärm dauerte immerhin doppelt so lange.) Hans Rieder-Schiffer, St. Stephan

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Erstellt:
03.06.2011, 00:00 Uhr
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