Einige Gedanken zur Eidgenössischen Volksinitiative

Gegen den uferlosen Bau von Zweitwohnungen

Am 11. März 2012 stimmen wir über die Initiative «Gegen den uferlosen Bau von Zweitwohnungen» ab. Da sich die Annahme der Initiative direkt und massiv auf unsere Region auswirkt, erlauben wir uns, einige Hinweise zu machen:

Worum geht es:

Die Initiative verlangt eine Beschränkung der Zweitwohnungen auf einen Anteil von 20 Prozent an der gesamten Wohnfläche in allen Gemeinden.

Argumente dagegen

Entlassungen im Baugewerbe: Die Zustimmung zur Vorlage bedeutet einen Baustopp für Ferienwohnungen für die nächsten 20 bis 50 Jahre! Entlassungen wären unvermeidlich.

In diesem Zusammenhang sind auch viele Lehrstellen für unsere Jungen gefährdet.

Schaden für die Bauwirtschaft: Ein Ja zur Vorlage bedeutet einen Baustopp in über 650 Gemeinden – und das Ende für viele weitere nachgelagerte Arbeitsplätze. Vom Lehrer bis zum Bäcker werden alle Berufsgattungen betroffen sein!

Schaden für die Tourismusorganisationen: Eine willkürliche Beschränkung von Zweitwohnungen hat einschneidende Einnahmeausfälle zur Folge.

Steuerausfälle: Zweitwohnungsbesitzer bezahlen Steuern (Handänderungssteuern, Liegenschaftssteuern) und Gebühren (Wasser, Abwasser, Kehricht, Schwellentelle etc.). Fallen diese Einnahmen weg, müssen die Einheimischen höhere Steuern bezahlen. Auch der Kanton hat weniger Einnahmen, was alle Steuerpflichten härter trifft.

Verstärkte Landflucht:Strukturschwache Gegenden mit hohem Zweitwohnungsanteil droht eine weitere Abschwächung der wirtschaftlichen Tätigkeit (z.B. Renovationen) und damit verstärkte Landflucht.

Lokale Massnahmen greifen besser

Bereits heute gibt es verschiedene Massnahmen auf Kantons- und Gemeindeebene: Silvaplana (GR) hat eine Lenkungsabgabe für nicht vermietete Wohnungen; Zermatt (VS) ein System mit Kontingenten; Saanen (BE) einen Einheimischenanteil von 50 Prozent bei den neuen Einzonungen etc. Gezielte Lösungen sind besser als ein starres Einheitsregime auf Bundesebene, das den lokalen Verhältnissen nicht gerecht wird. Zudem hat der Bund das neue Raumplanungsgesetz verabschiedet, welches bereits berechtigte Einschränkungen festlegt.

Der Vorstand des Gewerbevereins Lenk empfiehlt, die Initiative aus diesen Gründen abzulehnen. Bitte gehen Sie abstimmen und animieren und informieren Sie auch Ihre Bekannten. Gewerbeverein Lenk-Simmental

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Erstellt:
23.02.2012, 00:00 Uhr
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