Investiert Zweisimmen in seine Zukunft?
Die IG – Sporthalle für Zweisimmen setzt sich seit bald zwei Jahren für eine grössere Sporthalle in Zweisimmen ein. Es ist schon einiges gelaufen und auch schon einiges erreicht worden. Trotzdem fragen sich immer noch Bürger und Bürgerinnen, für was das gut sein soll. Mit diesem Leserbrief möchten wir der Bevölkerung zeigen, auf welcher Ebene eine neue, grössere Sporthalle einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hat.
Gesundheit
Dass Sport gesund ist, weiss Jedermann/-frau. Trotzdem hat das durchschnittliche Körpergewicht des Schweizers/der Schweizerin in den letzten Jahren um 5–10 kg zugenommen. Herr und Frau Schweizer und ihre Kinder sitzen im Durchschnitt 2–4 Stunden am Tag vor einem Bildschirm. Diese Unbeweglichkeit kommt uns jetzt, und in der Zukunft, teuer zu stehen. Viel teurer als der Bau einer Sporthalle
Vereinskultur
Das Vereinsleben ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Dieses gilt nicht nur für die Sportvereine, sondern auch für Musik, Tanz und andere kulturelle Vereine. Der Trend nach Individualsport hält an. Man will dann Sport machen, wenn man will, und nicht abhängig von Vereinsstrukturen sein. Die Vereinsamung hat dadurch ein leichtes Spiel. Die Vereine bilden das Bindeglied zwischen Familie und Gemeinde. Sie sorgen für einen Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt. Sportvereine organisieren Turniere. Sportler und ihre Angehörigen aus der ganzen Schweiz treffen sich hier und sehen die schönen Wintersportmöglichkeiten, welche dem Tourismus zu Gute kommt.
Schulsport
Der Schulsport kann ein Sprungbrett ins Vereinsleben sein. Das Angebot von verschiedenen Sportarten im Turnunterricht motiviert unsere Schüler/-innen zum Beitritt eines einheimischen Sportklubs. Durch die zu kleinen Sporthallen und zu grossen Klassen, sind Teamsportarten wie Handball, Unihockey, Badminton usw. nur beschränkt möglich. Die Hälfte der Klasse kann spielen, die andere Hälfte sitzt auf der Sprossenwand und wird dadurch nur während der Hälfte von ihrer Sportstunde beschäftigt.
Sozialwesen
Jede Gemeinde gibt hunderttausende von Franken an Sozialhilfebezüger aus. Wenn wir durch den Sport vorbeugend gefährdeten jungen Menschen helfen können, kann die Gemeinschaft so auch viel Geld einsparen. Sport soll nicht nur gelebt werden, sondern will auch gesehen werden. Kinder wollen ihre Eltern/Vorbilder im Wettkampf sehen. Eltern wollen die sportlichen Forschritte ihrer Kinder miterleben. Dazu braucht es eine Zuschauertribüne mit einer kleinen Cafeteria, wo man sich mit anderen Eltern treffen kann.
Die Region
Die Gemeinde Zweisimmen bietet im Vergleich zu Saanen oder Lenk am wenigsten Infrastruktur zur Freizeitgestaltung.
Während in den umliegenden Gemeinden Hallenschwimmbäder, Kunsteisplätze, Kinos, Thermalbäder usw. für die Bevölkerung und Gäste zu Verfügung stehen, sind wir in Zweisimmen deutlich unterbestückt. Dort, wo man seine Freizeit gestaltet, geht man auch in den Ausgang. Es ist deshalb kein Wunder, dass unsere Gastwirtschaften nur in der Hochsaison gut besucht werden.
Die Umwelt
Viele Eltern müssen regelmässig in die Nachbardörfer ausweichen, damit sie oder ihre Kinder vom reichen Sportangebot in den umliegenden Gemeinden Gebrauch machen können. Ein reges Hin- und Herfahren ist die Folge davon. Abgesehen vom Gefahrenpotential im Winter, ist dies sehr zeitraubend und umweltunfreundlich.
Der Tourismus
Die einzige Möglichkeit, welche unsere Gäste im Winter haben, um abends Sport zu treiben, sind die kalte Markthalle mit Badminton (macht wenigstens warm) und das Kraftzentrum Bodyfit. Thats all und zu wenig für einen touristischen Wintersportort wie Zweisimmen.
Wir sind überzeugt, dass mit einer attraktiven, neuen Hallensituation, Sportvereine vermehrt unsere Gemeinde als Trainingslagerort aufsuchen werden.
An der nächsten ausserordentlichen Gemeindeversammlung (Mittwoch den 28. September) informiert uns der Gemeinderat über die zukünftigen Investitionen der Gemeinde. Die Zeit ist reif für eine Sporthalle, Packen wir es an, für uns, und für unsere Jugend.
Im Namen der IG-Sporthalle Zweisimmen, Jules van Enckevort, Daniel Dumont