Regenabwassergebühr: Wenn es Gebühren regnet

Ich hatte bisher keinen schlechten Eindruck vom Zweisimmer Gemeinderat. Als ich aber kürzlich das Deklarationsformular zur Berechnung der Regenabwassergebühr erhalten habe, sah ich mich gezwungen die Behörde herabzustufen.

Offenbar benötigt die Gemeinde Zweisimmen zusätzliche Einnahmen. Das überrascht nicht, wenn Bürokratie und Administration immer kompliziertere Formen annehmen. Dass ausgerechnet das Regenwasser als Legitimation für neue Steuern herhalten muss, scheint mir absurd. Und dass zu dessen Erfassung ein spezielles Formular kreiert wurde, das mit grossem Aufwand ausgewertet werden muss, ist wenig bürgerfreundlich.

Unverständlich, wie ein aus Gewerbetreibenden und Bauern zusammengesetzter Gemeinderat auf solche Weise der Bürokratie huldigt. Hat die FDP nicht kürzlich ihre Antibürokratie-Initiative eingereicht, mit dem Zweck, den Bürger vor solch unnötiger Administration zu schützen?

Wenn also Zweisimmen zusätzliche Steuern braucht, warum diese nicht aufgrund von bestehenden Kriterien festlegen und über eingespielte Kanäle einziehen? Muss der Bürger wirklich mit noch mehr Formularen eingedeckt werden? Erst gerade mussten die Liegenschaftsbesitzer die Wasserhahnen, Waschtröge und Abläufe deklarieren, damit auch diejenigen zur Kasse gelangen, die nur wenig Wasser brauchen. Jetzt pfuscht man auch noch Petrus ins Handwerk und besteuert sein köstliches Nass. Was kommt wohl als Nächstes?

Mit freundlichen Grüssen aus dem Welschland, wo die Bürokratie einfacher und das Regenwasser kostenfrei sind. Christoph Gerber, Givisiez

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Erstellt:
21.07.2011, 01:00 Uhr
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