Reine «Bauernfängerei»
Für einen Vortrag über bestehende bez. bevorstehende Regionalkonferenzen (RK) im Kanton Bern, habe ich mir erlaubt, die Geschäftsstellen per Mail anzuschreiben. Die Fragen waren überall die Gleichen: Welche Vorteile man sehe; welche Kosten entstehen; Stimmenverhältnis und was man besser machen will resp. besser werden soll, damit die Ängste der Bevölkerung ernst genommen werden und nicht plötzlich wie bei der Abstimmung über die RK Thun–Oberland West das Projekt an der Urne abgelehnt wird. Die Antworten folgten innert Tagesfrist. Überall waren die Präsentationen angehängt. Doch keine Nachteile waren ersichtlich! Da wurde ich zum ersten Mal stutzig. Eine Zentralisierung ohne Nachteile? Ob es wirklich stimmt? Oder ob man die Nachteile besser verdeckt? Ein zweites Mal machte mich die Antwort aus dem Emmental stutzig, ja sie schockierte mich. Mir wurde mitgeteilt, dass die Fragen sehr komplex seien. Ich solle auf der Geschäftsstelle vorbei kommen, damit wir die Fragen im bilateralen Gespräch klären können.
Wenn die Verantwortlichen der geplanten Regionalkonferenz im Emmental das Gefühl haben, die interessierten Bürgerinnen und Bürger kommen alle auf der Geschäftsstelle vorbei, dann haben diese sich gewaltig getäuscht! Es bleibt zu hoffen, dass den betroffenen Gemeinden die Augen aufgehen, bevor sie sich von den «Zentrumsgemeinden» bevormunden und überstimmen lassen. Ein Projekt, welches die genauen Kosten nicht aufzeigen kann ist eine «Mogelpackung». Wehret den Anfänger und in diesem Fall die Regionalkonferenz! Mit dem Argument «Kleine Gemeinden haben zusammen mehr Stimmkraft als eine grosse Gemeinde» ist schlicht und einfach ein Scheinargument oder auf deutsch «Bauernfängerei». Denn möglicherweise haben verschiedene Gemeinden auch verschiedene Anliegen… Bruno Stucki, Wimmis