Replik auf den Leserbrief von Hans Jörg Pfister
Der Präsident der SWS (Starke Wirtschaft Simmental), Hans Jörg Pfister ist allem Anschein nach bereit, Arbeitsplätze im Berggebiet zu opfern.
Corrado Pardini hat eine Studie in Auftrag gegeben, um die Anzahl der gefährdeten Arbeitsplätze bei Annahme der Initiative «Faire Steuern – Für Familien» zu ermitteln.
Diese Studie wird aber der Öffentlichkeit nicht vorgestellt! Wäre diese Studie bezogen auf die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze so harmlos wie es die Unia gerne hätte, würde wohl einer Veröffentlichung nichts im Wege stehen.
Alle, die sich mit dieser Thematik auseinander gesetzt haben, wissen, dass auch bei Annahme des Gegenvorschlages (min. 400 000 Franken) rund 80% der pauschalierten Personen im Kanton Bern kurz bis mittelfristig unseren Kanton verlassen würden. Somit wären die Auswirkungen des Gegenvorschlages einer Abschaffung der Pauschalsteuer gleich zu stellen!
Wenn das Berggebiet erneut Arbeitsplätze verliert, trifft dies ebenfalls Familien. Diese sind gezwungen das Tal verlassen oder den Vorschlag von Pardini zu befolgen und «einfach Arbeit in anderen Regionen suchen»!?!
Lauenen konnte mit der Ansiedlung von ein paar Pauschalierten ihre Einnahmen so attraktiv gestalten, dass die Steuern gesenkt werden konnten. Davon haben die Familien sehr wohl profitiert!
Hans Jörg Pfister, auch Zweisimmen hätte Potential solche Personen in Zweisimmen aufzunehmen. Mit dem Nebeneffekt, dass zusätzliche Steuereinnahmen unserem Finanzplan mehr Spielraum geben würde, um all die anstehende Investitionen zu bewältigen.
Der Kanton Bern stellt Firmen Steuerbefreiung von bis zu 10 Jahren zur Verfügung bei Ansiedlungen von Arbeitsplätzen, ist das fair? Könnten sich da nicht all die langjährige Unternehmungen unfair behandelt vorkommen? «Faire Steuern – Für Familien» ist nur möglich, wenn Ausgaben und Erträge zu den notwendigen Investitionen der Gemeinden im Lot stehen. Alles andere ist reiner Populismus. Jede Art von Abwanderungen aus dem Berggebiet bedeutet Verlust, den wir nicht verkraften können.
Der Wegzug von Pauschalierten wäre ein Verlust, können wir das verantworten?
Ich nicht, deshalb Nein zur Initiative, Nein zum Gegenvorschlages, das Kreuz beim Gegenvorschlag.
Anne Speiser, Gemeinderatspräsidentin Zweisimmen