Vom Schafhütehund bedroht und angefallen

Als ich am Sonntag, dem 7. August, von der Rotenfluhhütte (oberhalb Schwarzenmatt) kommend nach Chlues absteigen wollte, wurde ich vom Hütehund der dort weidenden Schafherde nicht nur bedroht (auf die Hinterbeine aufgerichtet, mit weit geöffnetem Maul), sondern auch angegriffen, das heisst er schnappte nach meinem Rucksack! Im Endeffekt konnte ich in dieser bedrohlichen Situation nicht anders reagieren, als vorsichtig und schockiert den Rückweg anzutreten, das heisst ich musste meine ganze Tour wieder zurücklaufen. Seit vielen Jahren bin ich in dieser Gegend Bergtourengeher, kenne mich mit den Begebenheiten ziemlich gut aus und habe mich – denke ich – dem Hund gegenüber nicht ungeschickt verhalten. Dass man als Wanderer aber in eine solche bedrohliche, ja lebensgefährliche Situation gerät, ist meiner Meinung nach, absolut unmöglich und untragbar. Es kann doch nicht sein, dass die Existenz des Wolfes dazu führt, dass Bergtouren nicht mehr möglich sind oder für Menschen lebensgefährlich werden! In dem Moment, wo ein Mensch durch Hütehunde zu Schaden gerät, ist meiner Meinung nach völlig klar, dass die Herden eben anders geschützt werden müssen oder der Wolf in den Alpen nichts zu suchen hat.

Norbert Göller, Recklinghausen (D), seit 40 Jahren Urlauber, Gast und Bergwanderer im Simmental

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Erstellt:
18.08.2011, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 37sec
Kommentare
Lustenberger Anne 05.09.201111:00 Uhr

Bedrohlich? Lebensgefährlich? - Lächerlich!
Ist man ein routinierter Berggänger, dann weiss man auch Bescheid über Herdenschutzhunde! In der Gegend der Rotenfluhhütte verbringen seit vielen Jahren Schafherden den Sommer, auch das weiss man - wenn man eben in dieser Gegend seit vielen Jahren Bergtourengeher ist. Hat man in den letzten Wochen die Pressemitteilungen verfolgt, wie den Schafzüchtern Vorwürfe gemacht werden, welche keine Schutzmassnahmen für ihre Herden getroffen haben, dann muss ein gesunder Meschenverstand wissen, dass die Herden, die noch in den Bergen sind, geschützt werden - auch das weiss man! Und noch etwas weiss man: Herdenschutzhunde greifen in der Regel nicht beißend an. Viel mehr versuchen sie, ihren Feind zu Boden zu werfen. Auch kann anhand der Wanderschuhspuren nicht nachweisen werden, ob ein Wanderer wirklich auf dem Wanderweg bleibt.... In diesem Sinne: Der Hund hat seine Arbeit gemacht!
Freuen Sie sich auch weiterhin am Wandern!

Susanne Koch, Schafhirtin 24.08.201117:38 Uhr

Was soll diese Polemik?
Entschuldigung, die Beschreibung des angeblichen Hundeangriffes wirkt wenig glaubhaft. Wenn Sie als Hundekenner noch nicht einmal einen Herdenschutzhund von einem Hütehund unterscheiden können und dann auch noch ein Angriffsverhalten des Tieres beschreiben, das doch eher nach einem Bärenangriff klingt und somit für einen Hund eher unwahrscheinlich wäre, dann muss ich hier doch - mit verlaub - sagen es scheint tatsächlich ein immenser Nachschulungsbedarf über natürliches Verhalten von schon immer in den Alpen herumirrenden Wanderen im Umgang mit der dortigen Tierwelt zu bestehen.
Ich würde Ihnen die entsprechende Informationsliteratur des Herdenschutzprogrammes empfehlen.