Wer garantiert uns Sicherheit?
Gemäss Ausgabe vom 27. Oktober setzt die FDP Zweisimmen ein Zeichen und vertraut mit ihrem «Ja zur Spitalstandort-Initiative» lieber ihrem Gefühl als den Nein-Parolen ihrer höheren Parteiführung. Das finde ich erfreulich und bemerkenswert.
Nicht so beim Atomausstieg. Hier vertraut die FDP Zweisimmen den Parolen ihrer Partei und schreibt, die Atomaufsicht ENSI werde schon für die Sicherheit der AKWs sorgen. Nun hat das ENSI selber von der Politik mehr Kompetenzen gefordert, weil es sonst die Sicherheitsregeln für den Langzeitbetrieb der überalterten AKW gar nicht durchsetzen könne. Aber genau das wurde der Atomaufsicht vom Bundesparlament in Bern – auch mit den Stimmen der FDP – verweigert.
Die FDP in Zweisimmen vertraut also der Sicherheitsarbeit des ENSI, während die FDP-Parlamentarier in Bern dem ENSI die nötigen Machtmittel verweigern, um die Sicherheitsvorschriften auch durchzusetzen…
Ich habe dieses Vertrauen nicht mehr. Hingegen weiss ich: Der Drittel des Atomstroms, der Ende 2017 ersetzt werden muss, ist durch erneuerbare Energien in der Schweiz bereits abgedeckt, die Schweiz hat, auch dank der Wasserkraft, die sicherste Stromschwankungs-Regulierung Europas, und der grössere Rest der AKW-Energie wird bis 2029 ebenfalls ersetzt – mit «Elektrizität made in Switzerland», wie die FDP Zweisimmen schreibt. Also ohne Uran (und Gas und Kohle) aus dem Ausland.
Alles zusammengefasst: Ich stimme für die Spitalstandort- und für die Atomausstiegs-Initiative. Gusti Pollak,
Boltigen