Wolf im Berner Oberland ist eine grosse Gefahr
2. Offener Brief an den Volkswirtschaftsdirektor
Sehr geehrter Herr Regierungsrat Rickenbacher
Aufgrund der negativen Ereignisse mit dem Wolf im Berner Oberland, erlaube ich mir, Ihnen nochmals meine Gedanken und Befürchtungen betreffend dem Raubtier mitzuteilen.
Die Berglandwirtschaft ist, aus meiner Sicht, ein sehr wichtiger Bestandteil in unserer Region. Vor kurzem sind unsere «Älplerinnen und Älpler» wie jeden Sommer mit ihren Tieren auf die «grasigen» Alpen gezogen. Die Bedeutung und die Tradition, dass jedes Jahr viele Bergbauern auf die Alpen ziehen, verdient aus meiner Sicht sehr grossen Respekt!
Ja, was wäre mit unserer Alpwirtschaft, wenn nicht jedes Jahr zahlreiche Bauern mit viel Herzblut und mit unermüdlich geleisteten Stunden die Alpen pflegen würden.
Leider sind viele Bauern momentan sehr verunsichert. Viele denken, «braucht es uns überhaupt noch», wenn man am liebsten nur noch Wölfe auf den Alpen haben will.
In den letzten Wochen ist es im Simmental wiederum zu zahlreichen Angriffen durch den Wolf gekommen.
Ich erinnere Sie an die 26 gerissenen Schafe in der Gemeinde Boltigen (Stierengrat). Im Weiteren werden von mehreren Sennen Schafe und Ziegen vermisst. Die Tatsache, dass der Wolf in den letzten Wochen zahlreiche Herden angegriffen hat ist nicht zu akzeptieren. Die Bewirtschaftung der Alp Stierengrat musste auf Grund der Vorkommnisse mit den 400 Schafen vorzeitig abgebrochen werden.
Ich bin ganz klar der Meinung, dass die Landwirtschaft unter dem Raubtier auch diesen Sommer sehr leidet. Wäre es nicht höchste Zeit, von Seiten der Regierung brauchbare Massnahmen zu treffen, um dem Wolf «Herr und Meister» zu werden ?
Der Regierungsrat sollte sich nicht länger hinter der Berner Konvention verstecken und zuwarten, bis die Schafzüchter noch mehr Schafe verlieren. Massnahmen wie Herdenschutz ist keine Lösung! Wie wollen Sie Herdenschutz betreiben, wenn 400 Schafe in mehreren Gruppen auf der Weide sind?
Wir brauchen andere Lösungen. Der Wolf muss bei einer Gefährdung einer Herde sofort abgeschossen werden. Der Regierungsrat muss sich dringend um das Problem kümmern und Vorschläge erarbeiten, welche umgehend angewendet werden können, wenn das Raubtier das nächste Mal zuschlägt.
Der Wolf muss in der Schweiz wieder ausgerottet werden. Die Bewirtschaftung der Alpweiden ist längerfristig gefährdet, wenn sich das Raubtier weiter vermehrt. Die Schafzüchter haben langsam genug von der nicht funktionierenden Theorie am Bürotisch. Warum haben unsere Vorfahren den Wolf wohl ausgerottet ?
Als politischer Vertreter unserer Region sehe ich mich gezwungen zu handeln. Die Bevölkerung, insbesondere die Tierhalter, sind darauf angewiesen, dass es in Zukunft nicht zu weiteren Massakern an Nutztieren kommt. Der Lebensraum ist für den Wolf in unseren Streusiedlungsgebieten zu klein.
Geschätzter Herr Regierungsrat Rickenbacher, ich lade Sie nochmals zu einem offenen Dialog mit den betroffenen Tierhaltern ein. Ich erachte es als notwendig, dass Sie sich ein Bild über die tragischen Vorfälle machen können. Gerne erwarte ich Terminvorschläge Ihrerseits.
Ich danke Ihnen bereits im voraus, dass Sie sich dem dringlichen Thema annehmen und hoffe auf eine «Einlenkung» seitens der Regierung des Kantons Bern. Thomas Knutti