Ordentliche Vereinsversammlung der Pro Senectute Niedersimmental
Am 1. Juli wird die «Sonnenstube» überführt
An der ordentlichen Vereinsversammlung der Pro Senectute Niedersimmental konnte Präsident Thomas Mann zusammen mit den Vorstandsmitgliedern eine stattliche Anzahl von Delegierten der Gemeinden, der Kirchgemeinden und Frauenvereine begrüssen. Aus den Jahresberichten der Alters- und Pflegeheime Lindenmatte Erlenbach und Eigen (Faulensee) geht hervor, dass es ein reiches Mass an Zusammenarbeit braucht, damit «Alltag im Heim» als Bewohner angenehm, ruhig und doch abwechslungsreich gestaltet wird.
Alters- und Pflegeheim Eigen (Faulensee).
Wie bekannt ist, stehen im Alters- und Pflegheim Lindenmatte, Erlenbach grosse Veränderungen an. Vorerst werden diese erkennbar sein, nach und nach aber auch nach aussen sichtbar werden.
Vor grossen Aufgaben
Ende Oktober 2010 hatten die Delegierten einstimmig bekundet, das Projekt Alterszentrum Lindenmatte weiterzuverfolgen und allenfalls zu realisieren. In einer ersten Phase wird auf den 1. Juli 2011 die Überführung der Abteilung Sonnenstube mit den Bewohnern, den Mitarbeitenden und der Infrastruktur von der Alterswohnen STS Thun AG zum APH Lindenmatte in einem feierlichen Rahmen stattfinden. Die Trägerschaft ist gut vorbereitet auf diesen Tag, denn es war eine grosse Herausforderung, alle Mitarbeitenden der Pflegeabteilung zu den verlangten Bedingungen übernehmen zu können. Spätestens auf Ende Jahr 2012 wird Pro Senectute den «Klinik»-Gebäudetrakt der Spital STS Thun AG übernehmen und ab diesem Zeitpunkt Küche und Wäscherei selber betreiben.
Danach wird die Bauphase beginnen, wo die vom Kanton zugesicherten 70 Pflegebetten neu gebaut, beziehungsweise zu Einzelzimmern umgebaut werden. In der dritten und letzten Phase soll das alte Spitalgebäude abgebrochen werden und einem Neubau mit 15 Seniorenwohnungen Platz machen.
Im Rahmen der Bedarfsabklärung waren aus den vier angeschriebenen Gemeinden 250 Antwortbogen von Interessierten eingegangen. Dies rechtfertigt auf jeden Fall die Planung von betreutem Wohnen im Einzugsgebiet von Niedersimmental-Innerport, ist Beat Klossner, Präsident des Projektleitungs-Ausschusses, überzeugt. Nun gilt es, im Verlaufe dieses Sommers Abklärungen betreffend der Finanzierung der 15 bis 16 Millionen Franken zu treffen.
Rückgang der Spendeneinnahmen
Die Rechnung und das Budget wurden trotz Ausgabenüberschuss genehmigt. Einiges Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen der Rückgang der Einnahmen der Herbstsammlung: Seit einigen Jahren wird die Sammlung nicht mehr «an der Haustüre» getätigt, sondern mittels Flyer mit EZ an die Haushalte verschickt. Der Spendenaufruf in dieser Form hat erstens weniger eingebracht und zweitens verschlingen die Druckkosten und Versand per Post die Hälfte dieser mageren Einnahmen. Ideen, wie die Geldmittelbeschaffung generell und die Herbstsammlung im speziellen sinnvoll und Wert vermehrend durchgeführt werden könnte, hat sich eine Arbeitsgruppe zu erarbeiten zum Ziel gesetzt!
Konstruktive Zusammenarbeit
Präsident Thomas Mann erwähnt die konstruktive, zielorientierte Zusammenarbeit mit den Ausschüssen und Geschäftsleitern der Alters- und Pflegeheime Eigen, Faulensee und Lindenmatte, Erlenbach.
Er lobt und anerkennt die anspruchsvolle Arbeit in den Heimen, «den ständigen Balanceakt von fürsorgerischem Umgang mit der notwendigen professionellen Arbeitsweise für Pflege und Betreuung!» Pflege, Betreuung und Geschäftsleitung sind bestrebt, ihre aufwändigen Arbeiten zum Wohl der Gäste so auszuführen, dass vom unterschwelligen «Kampf» um die Erfüllung aller immer wieder neuen Vorschriften und Finanzierungsmethoden im täglichen Umgang wenig zu spüren ist.
Neue Pflegefinanzierung
Der unternehmerische Auftrag wird immer grösser, die GeschäftsleiterIn Katharina Antener in Erlenbach und Ueli Oppliger in Faulensee wollen sich dieser Herausforderung mit grossem Elan stellen. Das Team der Regionalstelle Pro Senectute Berner Oberland in Thun ist stets im Einsatz. Infolge der neuen Infrastrukturfinanzierung der Heime ergaben sich für sie zahlreiche zusätzliche Beratungen. Seit 1. Januar 2011 ist die neue Pflegefinanzierung in Kraft. Investitionen und Rückstellungen müssen über die Heimbewohner erbracht werden. Dies bedeutet, dass pro Tag ca. 34 Franken mehr bezahlt werden müssen. Lebt ein Ehepaar im Heim, bedeutet dies 2000 Franken mehr pro Monat. Mitarbeiter der Geschäftsstelle Thun betonen, dass die neue Pflegefinanzierung manche Heimbewohner massiv trifft. Pro Senectute ist behilflich, wenn es gilt, Ergänzungsleistungen zu beantragen. Maja Lörtscher
Alterszentrum Erlenbach
Die Sonnenstube wird am 1. Juli in die Lindenmatte überführt. Simmental