Sechs gefährliche Bahnübergänge konnten in Boltigen aufgehoben werden

Was lange währt, kommt endlich gut. Mit dem Bau eines zwei Kilometer langen Strassenstücks und einer Unterführung konnten auf dem Gemeindegebiet von Boltigen sechs gefährliche Niveauübergänge aufgehoben werden. Damit wurden, zehn Jahre nach dem tödlichen Unfall eines deutschen Ehepaars im Jahr 2002 und nach dem tödlichen Unfall zweier Einheimischer im Februar 2009, die unfallträchtigen Bahnquerungen zwischen Weissenbach und Boltigen definitiv geschlossen.

Angeführt von Andreas Hutzli, Daniel Pixley und Patricia Krebs schreiten die Eröffnungsgäste die neue Strasse ab.

Angeführt von Andreas Hutzli, Daniel Pixley und Patricia Krebs schreiten die Eröffnungsgäste die neue Strasse ab.

Am vergangenen Freitag konnte in der Gemeinde Boltigen ein Bauwerk eingeweiht werden, das die Gemeinde und die beteiligte BLS während Jahren beschäftigt hatte. Die Initialzündung zum Bau gab schlussendlich der schwere Verkehrsunfall vom Februar 2009.

Andreas Hutzli, Gemeinderatspräsident von Boltigen fasste seine Gefühle an der Eröffnungsfeier auf dem Gridbödeli mit drei Worten zusammen:

«Betroffenheit, Stolz und Dankbarkeit»

Betroffen machten den Boltiger Gemeinderatspräsidenten die schweren Unfälle, die sich auf den Niveauübergängen ereignet hatten: «Das setzte uns unter einen hohen Realisierungsdruck. Demgegenüber bestand vor allem bei den Liegenschaftsbesitzern kein grosses Bedürfnis nach einer neuen Erschliessung. Eine Herausforderung war auch die Koordination mit der gleichzeitigen Verbauung des Reidenbachs. Jetzt dürfen wir alle zufrieden und stolz sein auf das vollendete Werk. In enger Zusammenarbeit mit der BLS Netz AG ist ein Strassenwerk entstanden, das nicht nur die Unfallsituationen bereinigt hat. Das Werk vernetzt weite Gebiete auf der rechten Simmenseite und ist Rad- und Fussweg zugleich. Zusammen mit dem Gridbödeli ist das Gebiet zu einem eigentlichen Naherholungsgebiet in der Gemeinde Boltigen geworden. Dafür dürfen wir allen beteiligten Stellen (BLS, Kanton, Anstösser, Gemeindebürger) unsere grosse Dankbarkeit bezeugen». Andreas Hutzli erwähnte in diesem Zusammenhang auch die eingegangene Spende.

Lange Dauer, gute Qualität

Daniel Pixley, Leiter Anlagen & Projekte BLS Netz AG, stellte seine Grussadresse unter das Motto «Was lange währt wird endlich gut…» Lange bezog sich auf die Dauer des abgeschlossenen Projektes, während gut die angestrebte Qualität anspricht: «Können wir Bahnübergänge nicht ersatzlos aufheben, dann bauen wir Unterführungen oder rückwärtige Erschliessungsstrassen – alle diese Varianten waren bei den sechs aufgehobenen Bahnübergängen zwischen Boltigen und Weissenbach erforderlich. Nach einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren konnten damit in der Gemeinde Boltigen sechs Übergänge aufgehoben werden. Die Kosten beliefen sich auf rund drei Millionen Franken. Es bereitet mir Freude, diese Werke zu sehen und ich bin von deren Zweckmässigkeit überzeugt». Daniel Pixley dankte im speziellen der verantwortlichen Bauingenieurin Regula Trachsel von den Theiler-Ingenieuren AG in Zweisimmen, dem Boltiger Gemeinderat Hans Bettler für die ausgezeichnete Koordination und dem Vertreter der BLS Netz AG, Martin Isler für die umsichtige bahnseitige Projektleitung.

Die Musikgesellschaft Boltigen unter Dirigent Marc Mathys hatte den Abend im Gridbödeli eingeleitet. Familie Meinen war für das leibliche Wohl besorgt.

Ernst Hodel

Für Planung und Koordination zuständig: Martin Isler, Regula Trachsel, Hans Bettler bei der Bahnunterführung in Reidenbach.

Für Planung und Koordination zuständig: Martin Isler, Regula Trachsel, Hans Bettler bei der Bahnunterführung in Reidenbach.

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Erstellt:
21.06.2012, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 11sec
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