Sonniger und erfolgreicher Edelweiss-Buremärit
Hans Dänzer bei der Schindelherstellung.
Getreu der Aufforderung an die Landwirtschaft, selber ihre Produkte zu vermarkten, innovativ zu handeln, fand auf dem Bahnhofplatz in Boltigen der 17. «Buremärit» statt. An etwa zwanzig Ständen boten die heimischen Landwirte ihre Naturprodukte einladend und sauber an. In ihrer Begrüssungsansprache äusserte sich die OK-Präsidentin Anna Bieri dahin, dass an diesem Tag das Edelweiss Trumpf sei, man begegne der edlen Blume in verschiedener Form bei allen Anbietern, in der Festwirtschaft und an der Kleidung. «Wir pflegen treue Zusammenarbeit mit der Alpkultur von Lenk-Simmental Tourismus und der Oberländer Gnusswoche.» Zum 70. Geburtstag von Ernst Guggisberg, der mit seiner Frau Martha an allen 17 Buremärite mit seinem Holzerkaffee-Stand teilgenommen hat, gratulierte sie im Namen des OK.
Zur Unterhaltung spielte die Musikgesellschaft Boltigen unter der Stabführung von Marc Mathis, der Treichlerklub Niderhorn marschierte mit unüberhörbaren Klängen ins Marktgelände ein und das Alphorntrio Mittagsfluh liess seine Naturtöne erklingen. Aber auch die Jungschwinger zeigten ihr Können im Sägemehlring, indem sie dem Publikum die verschiedenen Schwünge demonstrierten, kommentiert von berufener Seite.
Nicht nur essbare Simmental-Produkte konnte man erstehen. Als Gäste nahmen teil: Keramikmalerin Ruth Aegerter, Familie Krenger aus Oberwichtrach mit ihren Obst- und Gemüsewaren, das Edelweissatelier von Daniela Eschler und der Rebbaubetrieb von Silvia und Markus Gysel aus Wilchingen im Kanton Schaffhausen. Diese Winzerfamilie wurde eingeladen, weil einige Bauern aus dem Klettgau ihre Kälber jeweilen ins obere Simmental zur Aufzucht bringen und sie nach zwei Jahren wieder «bärget» übernehmen. Die Herstellung von Seiltüchern durch Adolf Treuthardt und die Anfertigung von Schindeln, vorgeführt von Hans Dänzer, lockten viele Schaulustige an. Als Attraktion erregte auch die 100-jährige hippomobile Militärküche, Ordonnanz 1911, von Hans Karlen, die Aufmerksamkeit der zahlreichen Marktbesucher und viele Hungrige assen daraus Suppe mit Spatz, das gängige Soldaten Menu aus dem ersten Weltkrieg.
Eine imponierende Schau einheimischer Tiere mit Streichelzoo und Ponyreiten, Pferdekutschenfahrten und Käsen auf dem Marktplatz wurden der grossen Besucherschar zusätzlich geboten und am Nachmittag spielten die Ländlerfründe Walopsee zur Unterhaltung. Durchs Programm führte Klaus Meinen in gewohnt anregender Art. Man wolle den Buremärit nicht vergrössern, obschon viele neue Anfragen zur Teilnahme gestellt werden. Der Anlass soll nicht gigantisch wirken, erklärte die OK-Präsidentin auf die Frage nach weiterer Entwicklung. Auch Politiker waren präsent. Die Grossräte Hans-Jörg Pfister und Peter Eberhart besuchten den Markt, und Nationalrat Erich von Siebenthal überbrachte seine Grüsse ins obere Simmental. Mit grosser Spannung wurde die Auslosung im Glücksspiel erwartet. Glücklicher Gewinner des Kuhkälbchens wurde Franz Bieri aus der Blattenstett, ein junger Bauer, der kürzlich den väterlichen Betrieb übernommen hat. Als um 20 Uhr der Regen einsetzte, feierte man mit dem Stimmungsmacher Hansrüedi von Naters in der Heuhütte weiter. Hans Jungi
Die «Gulaschkanone» wird eingefahren.
Franz Bieri, Gewinner des Kuhkälbchens, mit Familie.