Pro Simmental: 33. Mitgliederversammlung

Die Welt ist komplizierter geworden

Guter Rechnungsabschluss. Neue Beitragsgesuche können eingereicht werden. Beim Autobahn-Nein war man sich einig – bei heutigen Projekten differieren die Meinungen sowohl der Mitglieder, als auch im Vorstand, stark.

Aus dem Jahresbericht

Präsident Christian von Grünigen konnte letzten Samstag in der Pfrundscheune in Erlenbach die Mitglieder von Pro Simmental zur Jahresversammlung willkommen heissen.

Gemäss seinem Jahresbericht bleibt die letztjährige Wanderung über den Moorweg im Sparenmoos bei den vielen Teilnehmern in bester Erinnerung. Zufrieden ist man mit dem für nächstes Jahr geplanten Weiterausbau der Simmentalstrasse im Laubegg. Pro Simmental hat sich für diese kostengünstigere Variante in den Beratungen der Begleitgruppe eingesetzt. Sehr engagiert für diese Linienführung hat sich auch die Bergregion.

Sobald das Schloss Blankenburg an die Stiftung verkauft wird, soll ihr ein Beitrag gesprochen werden. In Frage kommen kann auch das Alpkultur-Projekt. Denn «Pro Simmental» will sich für naturnahe Projekte einsetzen. Bedingung dazu ist, dass die nötigen Gesuche bei Pro Simmental eingereicht werden.

Jahresprogramm/Rechnung/Wahlen

Die an der vorletzten Jahresversammlung angeregte Bilderausstellung von Karl Gerber wird diesen Sommer im Heimathus Zweisimmen stattfinden. Die diesjährige Wanderung führt am 25. Juni ins Gebiet Betelberg/Leiterli/Gryden an der Lenk.

Im vergangenen Jahr wurden ausnahmsweise keine Projekte, Bucherscheinungen usw., unterstützt. Somit kann in der Jahresrechnung ein Überschuss von 6600 Franken ausgewiesen werden.

Nach über 30 Jahren engagierter Vorstandstätigkeit demissionierte Judith Schläppi. Der Präsident wird ihr wegen ihrem Unfall einen Blumenstrauss persönlich überbringen. Neu gewählt wurde an ihrer Stelle der Lenker Hans Jaquemet.

Differente Meinungen zu Projekten

Nach dem Verzicht auf die N6 durchs Simmental und den Rawyltunnel ins Wallis vor bald 25 Jahren, hat sich der Verein seither für viele andere sinnvolle Projekte eingesetzt und diese auch finanziell unterstützt. Pro Simmental äusserte sich aber auch zu unerwünschten Sachen. In diesem Jahr waren dies: Der «Nasenring» am Stockhorn und eine geplante Hängebrücke Weissenburgbad–Leiternweide.

Zu letzterem rechtfertigte sich Initiant Christian Haueter sehr ausführlich. Der «Pro Simmental-Vater», Ernst Zbären ist bei diesem Projekt anderer Ansicht. Er meinte, dass man das vorhandene Wanderweg-Netz gescheiter besser pflegen würde, als neue Verbindungen zu schaffen. Es würde mehrheitlich motorisierten Verkehr und sensationshungrige Tagesausflügler anziehen und kaum einen Beitrag zu nachhaltigem Tourismus schaffen.

Betreffend den geplanten«Nasenring» am Stockhorn meinte ein Bergsteiger, dass dieser Ausbau ihn nicht stören würde und das «Pearcing» im Simmental gar nicht sehbar sein würde.

Ein weiteres Mitglied findet, dass das Rundschreiben/Einladung zu sehr die Meinung von Zbären enthalte. Präsident von Grünigen wies darauf hin, dass es vom Vorstand oder wenigstens von ihm genehmigt wurde. Sie würden im Vorstand übrigens viele Sachen different betrachten. Etwas erstaunt über die sehr verschiedenen Meinungen seiner Mitglieder zog er den Schluss, dass die Welt wohl nicht nur in seinem Beruf komplizierter geworden ist.

Weiter wurde vor der Schliessung der BLS-Haltestellen bei Weissenbach und Grubenwald gemahnt. Besonders der Vorstand, aber auch die Mitglieder wurden gebeten, sich doch rechtzeitig zu wehren, bevor es zu spät sei. Diese und weitere Anregungen wurden vom Vorstand zur Bearbeitung aufgenommen.

Zvieri im Agensteinhaus

Nach den ausgiebigen Diskussionen und Meinungsäusserungen besichtigten die Mitglieder das Agensteinhaus unter sachkundiger Führung von Hans Hofer. Danach gab es einen feinen Aperitif mit Hobelkäse und Züpfe/Brot.Josef Kopp

an der Mitgliederversammlung von Pro Simmental Seite 2

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Erstellt:
19.05.2011, 00:00 Uhr
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