Gemeindeversammlung Diemtigen
Ein «Sprinter» für den Schüler-Transport
Die Diemtiger Gemeinderechnung 2010 schliesst sehr erfreulich ab. Die Anschaffung eines Schulbusses wurde beschlossen. Der drohende Konkurs der Grimmialp-Bahnen beschäftigt auch den Gemeinderat. Man hofft auf eine Auffanggesellschaft, denn ein Rückbau ginge zulasten der Steuerzahler.
Keine fünfzig Personen folgten am vergangenen Dienstag der Einladung zur Teilnahme an der Gemeindeversammlung in Diemtigen. In der von Gemeindepräsident Peter Knutti wie gewohnt souverän geleiteten Versammlung informierte Gemeinderätin Marianne Klauwers vorerst über die abgerechneten Verpflichtungskredite.
Erfreuliches Jahresergebnis
Finanzchef Bruno Hartmann konnte alsdann ein erfreuliches Rechnungsergebnis 2010 präsentieren, das bei einem Aufwand von 8,03 Millionen Franken und bei einem Ertrag von 8,18 Millionen mit einem Ertragsüberschuss von über 150 000 Franken abschliesst. Dieses überaus erfreuliche Resultat ermöglichte zusätzliche nicht budgetierte Abschreibungen von 400 000 Franken. Das Investitionspotential der Gemeinde Diemtigen machte für das Jahr 2010 fast 1,4 Mio. Franken aus. Bei Netto-Investitionen von rund 580 000 Franken resultierte somit ein Finanzierungsüberschuss von über 800 000 Franken.
Fast jeder zweite Franken kommt vom Kanton
Auf der Aufwandseite stehen die Ausgaben für die Soziale Wohlfahrt mit 1,445 Millionen an erster Stelle; die Verwaltung kostet netto 766 000 Franken und die Bildung schlägt netto mit 443 000 Franken zu Buche. Auf der Ertragsseite fällt auf, dass «nur» 49% der Einnahmen aus Steuern generiert werden. Praktisch gleichviel trägt der Kanton via ordentlichem Finanzausgleich (1,452 Millionen Franken) und durch zusätzliche 607 000 Franken in Form des Finanzausgleichs-Zuschusses an Gemeinden mit einer hohen Gesamtsteueranlage bei.
Ein Sprinter für den Schülertransport
Angesichts der neuen Schulstrukturen ist die Anschaffung eines vierten Schüler-Busses unvermeidlich. Das von Gemeinderat Ruedi Wyss präsentierte Traktandum mit einem Kredit über 78 000 Franken wurde von einem Stimmbürger hinterfragt. Dieser schlug den Kauf eines teureren Fahrzeuges mit Vierradantrieb vor. Die Argumente des Gemeinderates, dass im zweiradangetriebenen Fahrzeug drei Plätze mehr zur Verfügung stehen würden, überzeugten die Anwesenden. Mit nur zwei Gegenstimmen wurde der Kauf beschlossen. Noch fehle allerdings ein Chauffeur, gab Ruedi Wyss in seinen Schlussbemerkungen bekannt.
Grimmialp-Bahnen: Hoffnung auf ein Wunder
Zum eigentlichen «Haupttraktandum» wurde unter Verschiedenem die Information von Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer zur Situation der Grimmialp-Bahnen: «Der Gemeinderat hat beschlossen, auf einen weiteren Stützungsbeitrag zu verzichten. Die Bahn könnte auch mit einem weiteren 150 000 Franken-Kredit durch die Gemeinde nicht nachhaltig gerettet werden. Weil wohl niemand mehr in die aktuelle Gesellschaft investieren werde und weil keine Aktiven mehr vorhanden sind, ist der Konkurs wohl unvermeidlich.» Noch bleibt dem Verwaltungsrat die Hoffnung auf ein Wunder. Am 15. Juni müsste die Bilanz deponiert werden.
Ein Rückbau käme die Gemeinde teuer zu stehen
Der Gemeinderat hofft mit dem Verwaltungsrat auf eine Übernahme durch eine Auffanggesellschaft. Martin Wiedmer macht sich im Speziellen auch betreffend der nachgelagerten Arbeitsplätze im Tal Sorgen. Bei einer Stilllegung drohen der Gemeinde zudem Rückbaukosten in ungeahnter Höhe. Diese käme zusätzlich zum Verlust des Darlehens von 600 000 Franken, das in der Gemeinderechnung noch mit 250 000 Franken zu Buche steht. Ein Verkauf einzelner Anlageteile (Masten, Technik, usw.) wäre wohl ein Nullsummenspiel. Was z. B. die Sessel anbelangt, besteht ein Eigentumsvorbehalt des Erstellers. Ernst Hodel