Ferienpass-Impressionen
Nach dem Jubiläumsauftakt am 17. Juli im Gemeindesaal Zweisimmen konnten die Ferienpass-Kinder des Obersimmentals aus über 80 Angeboten ihre Freizeit-Beschäftigung auswählen. Einige wenige Beispiele seien nachfolgend dargestellt.
Ferienpass Obersimmental 2011
Anhand der Blockflöte zeigte Gertrud Gobeli in der Kirche Zweisimmen den interessierten Kindern die Funktion der Kirchenorgel. Verdeutlicht wurde der Prozess mit einem Luftballon als Gebläse. Staunen löste der Umstand aus, dass in der Orgel ein ganzes Orchester enthalten ist. Je nach Registrierung kommen die verschiedenen Instrumente zum Klingen. Geschichtlich stamme die Orgel von der Hirtenflöte ab, und schon die Römer hätten bei ihren Spielen in den Arenen eine Art Orgel erklingen lassen. Mit dem Aufkommen des Tonfilms sei auch die Kino-Orgel ein wichtiger Bestandteil geworden. Laute und leise Töne konnten die Kinder dann selber dem Instrument entlocken.
Ein weiteres musikalisches Angebot hiess «Das Alphorn erleben und blasen». Madeleine Gfeller und Klaus Meinen, beide vom Alphorntrio Mittagsfluh, brachten den Schülern in Reidenbach die Grundbegriffe des Alphornblasens spielerisch bei. «Das Alphorn besteht aus Holz, versehen mit einer Schutzhülle aus Bambusbändern», erklärte der versierte Bläser Klaus Meinen. Das Instrument habe früher als «Handy» der Älpler gedient, nämlich als Signal-Einrichtung. Da die Naturtöne auch in grosser Ferne hörbar seien, habe man im Tal feststellen können, ob es dem Sennen auf der Alp gut gehe oder ob Hilfe nötig sei. Auch als Lockruf für das Vieh habe das fast vier Meter lange Horn gedient. Das Mundstück müsse nicht gedrückt, sondern ohne Pausbacken weich angestossen werden. Nach kleinen Übungen konnten die Teilnehmer schon einfache Melodien vom Blatt spielen.
Die Herstellung eines süssen Produkts konnten die Kinder auf der Rieder-Farm an der Lenk mitverfolgen. Lina und Sandra Rieder zeigten ihnen, wie die Bauernhof-Vanilleglace entsteht. «In der Glacemaschine wird Milch und Rahm von der eigenen Alp, Eigelb, Zucker und Vanillesauce zusammen hoch erhitzt, damit alles keimfrei bleibt», erklärte Lina Rieder. Dann werde die Glace unter den Gefrierpunkt abgekühlt. Das Eiweiss brauche man auf der Bäderalp ob dem Jaunpass zur Herstellung von Meringues. Jedes Kind durfte dann ein Kübeli Glace ab Maschine abfüllen und geniessen. Nebst verschiedenen Hotel-Restaurants sind auch Privatleute Abnehmer des köstlichen Erzeugnisses.
In der Boltig-Metzg wurden unter Anleitung von Urs und Cornelia Wittwer verschiedene Arten von Spiessli hergestellt. Dabei konnten die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Nebst Fleisch und Wurst kamen auch Früchte, Gemüse und sogar Pilze zum Zug. Natürlich wurden die Spiessli dann grilliert und auf der Stelle verzehrt.
Eisstockschiessen lernten die Kinder in der Markthalle Zweisimmen kennen. Die Vertreter des Eisstock-Clubs, Otto Streun, Oskar Reusser und Michael Rösti, führten die Knaben und Mädchen gruppenweise in die Geheimnisse dieser Sportart ein. Nach der Vermittlung der Grundbegriffe wurden Wettkämpfe durchgeführt, und es waren sogar Preise zu gewinnen.
In drei Gruppen vermittelten Vertreterinnen des Samaritervereins Lenk erste Hilfe für Kinder bei Unfällen oder Schwächen auf spielerische Weise. Sie lernten, wie man bei Verletzungen vorzugehen hat, wie Verbände angelegt werden und natürlich auch, über welche Nummern man Hilfe anfordern kann.
Beim Hotel-Hopping im Lenkerhof übernahm Direktor Jan Stiller die Führung persönlich. Er erklärte, dass die Einrichtung schon vor 370 Jahren urkundlich als Schwefelbad, von der Berner Regierung konzessioniert, erwähnt worden sei. «Heute ist der Lenkerhof ein Fünfsterne Hotel mit 80 Zimmern. Wir beherbergen pro Jahr 24 000 Gäste. Diese werden von 100, in der Hochsaison (Weihnacht-Neujahr) von 120 Angestellten betreut.» Er führte die Besucher durch die Speisesäle, die Küchen, wo 24 Personen wirken und die beiden Weinkeller, die ständig entsprechende Temperaturen aufweisen. Der Kinder-Essraum und der Kinderhort löste Staunen aus. Aber auch der Blick hinter die Kulissen wurde vermittelt: Die Heizung, die Wasseraufbereitung, das gesunde Schwefelwasser, die mannigfaltigen Vorratsräume, das Fitness-Center, die Schwimmbäder, der Raum wo die Dekorationen hergestellt werden und die Büros hinter der Rezeption. In der Lingerie werde während der Hochsaison rund um die Uhr gewaschen und auch maschinell getrocknet und gebügelt. Zum Schluss zeigte der Direktor drei Kategorien von Zimmern. Die teuerste Suite koste pro Nacht 1400 Franken. «In der schweizerischen Rangliste steht der Lenkerhof an 13. Stelle. Wir sind luxeriös, aber nicht pompös!» schloss Jan Stiller den zweistündigen Rundgang.
Nervenkitzel erlebten über 40 Kinder im Seilpark hinter dem Schwimmbad Zweisimmen. Simon Kunz und Fabienne Süss orientierten die Schar peinlich genau, wie man sich im Parcours zu verhalten hat. Ausgerüstet mit Gstältli, Helm und Handschuhen trainierte man zuerst wenig über dem Boden. Dann wurde in verschiedenen Höhen über Brücken, auf Seilen und bei langen Abfahrten fast der ganze umfangreiche Park genossen. Hans Jungi